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*Peng!* Motor aus. 2 Defekte gleichzeitig?

Verfasst: 8. Aug 2009, 00:53
von RR69H
Hallo an das hoch verehrte Fachpublikum,

gestern war so ein Tag, an dem irgendwie alles stimmte. Keine Wolke am Himmel, Dach auf, Hendrix im Radio... der Weg zur Arbeit könnte unangenehmer sein. 8)

Die Rückfahrt war dann nicht so angenehm. Auf der Autobahn hatte ich erst wenige Minuten stop-and-go. Als es dann wieder weiterging, kamen wir ganz normal auf so ca. 3000 Umdrehungen, bevor die Leistung für einen kurzen Moment wegging und ein lautes *Peng!* aus dem Auspuff mit kleiner Wolke (soweit ich gesehen habe schwarz) von einer Fehlzündung kündete. Der Spit lief dann aber tadellos weiter, bis wir ca. einen Kilometer später das gleiche Spiel hatten. Dieses Mal aber *Peng!*, Motor aus.

Schnell auf den Standstreifen gerettet und mich kurz gewundert. Erstmal war der Spritfilter, den ich zwischen Tank und Pumpe montiert hatte leer. Nach einer Abkühlungspause habe ich den Schlauch am Spritpumpeneingang gelöst und siehe da - der Sprit kommt. Also schloss ich, dass die Spritpumpe defekt war. Mein MK3 hat ja einen Griff zum Selbstpumpen und siehe da, der Sprit ging wieder in Richtung der Vergaser. Also doch nicht kaputt? Dampfblasen bis runter zur Spritpumpe? Wohl kaum oder?

Nach ewig langem Pumpen habe ich einen Startversuch gewagt - ohne Erfolg. Dann fiel mir das *Peng!* ein, sodass ich nun vermute, dass es ebenso den Verteiler zerlegt hat und der ZZP total verstellt ist. Aber warum so plötzlich?

Naja, das Ende vom Lied: wir wurden abgeschleppt, wie gut, dass es Freunde mit Abschleppseilen gibt.

Heute dann etwas gegrübelt. Mein Hilferuf an 0800-SPITFIRENOTDIENST METTMANN wurde erhört, Daniel leiht mir dankenswerterweise einen Verteiler und eine Spritpumpe zum Testen.

Aber komisch ist das doch schon. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sowohl in der Zündung als auch in der Spritversorgung gleichzeitig einen Defekt gibt? Und wieso geht der Motor nach einer Fehlzündung bei 3000 Touren einfach aus und dann nicht wieder an?

Oder bin ich vielleicht total auf dem Holzweg? Hier ein paar Rahmendaten:

- MK3, Bj. 70, seit kurzem auf der Straße nach einer Komplettrestaurierung
- Spritfilter war keine 20 Km alt
- Vergaser sind überholt
- Zündung komplett neu, es ist eine Pertronix verbaut, Kerzen keine 500 Km alt
- LuFis keine 1000 Km alt
- Tank 3/4 voll
- der Motor hatte immer gute Kompression, Leistung und keinen außergewöhnlichen Ölverbrauch
- gestern war es zwar heiß, die Wassertemp war aber die ganze Zeit im grünen Bereich
- der Motor lässt sich drehen

Ich will am Wochenende mal schauen, ob sich ein genaueres Schadensbild erkennen lässt. Hat jemand vielleicht noch eine Idee, was genau da passiert sein könnte? Freue mich über alle Theorien, wahnsinnige wie sachdienliche. :wink:

Verfasst: 8. Aug 2009, 12:44
von Gerd
Hallo Felix,
es könnte der Kondensator im Zündverteiler sein (nur eine Vermutung).

Ich habe auch einen MK 3, Bj.70 und kann auch von Motorunregelmäßigkeiten bei den Temperaturen vom Donnerstag berichten.
Danach ging der Motor fast an jeder Ampel im Stadtverkehr aus.
Der Benzinfilter ist ebenfalls leer. Der Motor springt jedoch an und läuft
auch weiter.

Gruß
Gerd.

Verfasst: 8. Aug 2009, 17:52
von alex0469
Wenn man die Pertonix einbaut schmeißt man den Kondensator raus.

Gruß Alex

Verfasst: 8. Aug 2009, 22:29
von Brüchi
Hallöchen
Also ich tippe auf dieses neumodische Zeugs....Pertoniks kaputt :roll:

@ GERD: die normale Zündung funktioniert auch ne Zeitlang mit defektem Kondesator. Der übliche Defekt ist , dass der Kondensator sich nicht mehr auflädt ( Unterbrechung). dann funktioniert die Zündung eine Zeitlang ganz normal, aber es besteht ein wesentlich höherer Verschleiss am Unterbrecherkontakt....die Kontakte verbrennen regelrecht. Ganz ungewöhnlich wäre es, wenn der Kondensator einen Kurzschluss erzeugt: dann geht natürlich nix mehr.

Grüßlis, Brüchi

Verfasst: 9. Aug 2009, 07:56
von alex0469
Genau das hatten wir beim Herald der ganz neue sarländisch-indische Kondensator hat wenn er warm war einen sehr nierigen Innenwiederstand bekommen.

Gruß Alex

Verfasst: 9. Aug 2009, 09:35
von Markus Simon
Kurzschluß nach Masse im Kondensator hatte ich auch schon und der Kondensator war nicht aus dem Saarland . Da stand die Kiste , damals mein Mini einfach ......ca. 3min , dann gings ohne Kondensator weiter :D

Verfasst: 9. Aug 2009, 10:01
von cooper
hallo zusammen,
hatte gestern fast genau das gleiche problem. zuerst knapp 10 min autobahn und anschließend eine schöne bergstrecke. alles so zwischen 3000 - 4000 umdrehungen gefahren. dann kam zuerst leichtes ruckeln/aussetzen und dann ein lautes päng mit wolke. bei mir fiel aber jedes mal vorher die drehlzahlmessernadel auf null.
hatte das problem schon vor 2 monaten in abgeschwächter form, habe damals den unterbrecher auf 0,45, die ventile neu eingestellt und den kondensator gewechselt. dann war das problem fast weg - bis gestern abend.
jetzt geht die suche von vorne los. :shock:

Verfasst: 9. Aug 2009, 12:44
von superspitchris
Wenn der DZM auf null geht, hast du das Problem schon gefunden, siehe Beiträge vornedran, Masseschluss. Die Kondensatoren , die momentan auf dem Markt sind, sind alle schlecht, egal ob ausm Saarland oder von Bosch, unser GT6 hat deren 4 Stück gebraucht, bis ein funktionierender dabei war....

Verfasst: 9. Aug 2009, 14:17
von Races
Also jetzt kommt bei mir doch die Erinnerung zurück ziemlich genau das Gleiche ( den Knall, die Wolke & dann die Ruhe ) auch schon einmal erlebt zu haben. Schaut mal hier :

http://www.triumph-spitfire.de/forumOpe ... t=ausfahrt

Das einzigste was mich in diesem Fall irritiert ist die verbaute Pertronix - Zündanlage ...

Verfasst: 10. Aug 2009, 10:23
von spitfire4
Schmeiß den Kondensator raus und verbau ne kontaktgesteuerte Elektronikzündung z.B. von Fessler. Dann hast ewig Ruhe.

Viele Grüße

Jörg

Verfasst: 10. Aug 2009, 11:58
von RR69H
Hallo Jungs,

danke für die zahlreichen Tipps, ich werde mal am Abend schauen, ob sich der Kleine wiederbeleben lässt. Es scheint ja, als könnte man sich zumindest auf die Zündung als Verursacher einigen. Hach! Toll, dass es ein Forum gibt! :D Ich werde berichten!

Verfasst: 11. Aug 2009, 19:39
von RR69H
Was es letztendlich war: der Verteilerfinger!

Es ist schon merkwürdig, dass man in einer Stresssituation auf die einfachsten Dinge nicht kommt. Während man um den Motor kriecht, um einem durchgeschlagenen Pleuel auf die Spur zu kommen, einen Steuerkettenriss vermutet oder durch die Fehlzündung zerkloppte Drosselklappen, hätte man einfach mal die Verteilerkappe abnehmen sollen.

Ich habe nicht schlecht gestaunt, der Blechstreifen des Verteilerfingers ist ungefähr mittig gebrochen / gerissen. Ich vermute, dass der Finger von oben betrachtet kurz vor dem Abreißen dann eher J-förmig statt I-förmig war und es dadurch zur Fehlzündung kam.

Und das allerschärfste: ich hatte sogar noch den passenden Ersatz im Kofferraum! :roll:

Aufgesteckt, Kappe drauf, Schlüssel gedreht: läuft. :YIPPI: Großer Dank an alle Hilfesteller!

Verfasst: 11. Aug 2009, 19:43
von Daniel
*looooooool*, ... ich schmeiss mich weg, ... genau, wie wir beide ja schon gemutmaßt haben, ... hahaha, ... cool :-)

Verfasst: 11. Aug 2009, 20:29
von Races
... und wieder ein neues Kapitel aus dem Roman :

"Kleine Ursache ... große Wirkung !"

8)