Frage zu Kolbenringen

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freeze

Frage zu Kolbenringen

Beitrag von freeze »

Hallo Triumphler,

ich hab da mal ne Frage,

Beim Versuch die Kolbenringe meines 1500er Spitfire Motors zu tauschen, musste ich feststellen das sich die Ölabstreifringe nicht mehr richtig einsetzen lassen. Nach vermessen der Ringe und der noch Original Hepolite Kolben im Standart Maß, zeigte sich das die Ringnut im Bereich des Kolbenbolzen die im Handbuch angegebenen 3,99-4,01mm noch exakt hat, aber in Richtung Druckseite zunehmend immer enger wird und zwar um ca. 0,2mm auf 3,8mm in der Mitte des Kolbens. ( auf beiden Seiten )
Kann es damit zusammenhängen das der Kolben in diesen Bereichen geschlitzt ist.
Habe die Kolben vermessen und liegen alle noch im soll.
Kennt jemand das Problem?
Mir fällt da nur ausdrehen ein, da die Wärmeausdehnung ja wahrscheinlich nur ein paar Hundertstel betragen dürfte?????

PS. Das Kolbenringset ist von County aber 100% Masshaltig.

Vielleicht hat ja jemand ein Tip.

Grüße und Dank

Torsten
Daniel

Beitrag von Daniel »

hi Torsten, ...

ich habe jetzt hier 7 Kolben vermessen und kann das zumindest bei diesen 7 nicht bestätigen, ... da sind die Nuten gleichmässig, ... allerdings hab ich auch nur mit nem Mess-schieber gemessen und über Mehrfachmessung nen Mittelwert ermittelt, ...

Viele Grüße,

Daniel
freeze

Beitrag von freeze »

Hallo Daniel,

wirklich erklären kann ich mir das auch nicht. Erstaunlich ist auch, das es von Kolben 1 bis Kolben 4 zuhnemend schlechter wird, sprich der am besten gekühlte Zylinder ist auch der Masshaltigste.
Ein Kumpel hat mir die Nuten wieder auf Maß gedreht, jetz passen die Ringe einwandfrei.

Ich danke dir für deine Bemühungen

Gruß Torsten
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Juergen Schroeder
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Beitrag von Juergen Schroeder »

Hi, wenn Dein Kumpel den Kolben allerdings mit dem Kolbenhemd ins Futter gespannt hat, um ihn abzudrehen, besteht zumindest ein Risiko daß er jetzt dadurch einen abbekommen hat. Kolben sollte man nur auf der Kolbenbodenseite in ein Futter einspannen. (dann wird's aber knapp mit dem Ausdrehen der Ringe) Will/muß man den Kolben andersrum einspannen, sollte man sich eigentlich einen Halter bauen, der den Kolben am Bolzen spannt. Dann hat man null Risiko, da sich der Kolben durchs Einspannen verzieht.
Grüßlis, Jürgen
freeze

Beitrag von freeze »

Hallo Jürgen,

keine Sorge, das ist schon Ordentlich gemacht worden. Der Kolben wurde am Kolbenboden in ein geplantes Futter gespannt und mit einem Messtaster auf Rundlauf der Nutoberseite justiert. Danach wurde die Ringnut wieder auf Originalmass ausgedreht.

Gruß

Torsten
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MKIII
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Beitrag von MKIII »

Wieso erneuert man eigentlich nur die Kolbenringe???? Der aufwand nur die Ringe zu wechseln ist doch viel zu groß!! Was und warum wird an dem Motor denn noch gemacht? :o
Gruß
Norbert
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freeze

Beitrag von freeze »

Vollkommen Richtig!
Nur um die Kolbenringe zu wechseln wäre das sicherlich zu viel Aufwand.
Im Zuge der Restoration meines Wagens, habe ich das Getriebe überhohlt und den stark siffenden Motor versucht neu abzudichten.
Am Motor wollte ich eigendlich sonst nichts machen, da er zwar etwas Rauchzeichen gab und die Kompression nur ca 7,5 Bar
aber einigermasen gleichmäßig war. Der ebenfals gute Öldruck und ruhige Lauf deutete auf akzeptablen Zustand der Lager hin.
Leider siffte der Motor nach der ersten Ausfahrt immer noch ziemlich stark im Bereich des hinteren KW-Simmering und das Kupplungslager schien
wie durch eure Hilfe erörtert auch zu schmal zu sein ( Schleifgeräusche bei voll durgetretener Kupplung).
Also, Motor wieder raus und nochmal schauen woran es liegt. Und jetzt folgt eben der Klassiker. Da der Motor ja nun
zum zweiten mal drausen ist macht man halt doch gleich Lager und Anlaufscheiben mit, und das war gut so. Anlaufscheiben
sahen aus wie von ner Ratte angefressen und ein Teil der Oberfläche einer Lagerschale hatte sich mit dem Kurbelzapfen
vereinigt. Da man einer nun frisch geschliffen Kurbelwelle und neuen Lagern kein Bezinverdünntes Öl zumuten möchte,
spendierte ich den Kölbchen neue Ringe den Laufbuchsen einen leichten Hohnschliff und dem Kopf da er ja auch schon runter ist neue Ventile
und neue Führungen.
Jetzt werden die meisten sagen, da kommts auf ein paar Kolben auch nicht mehr an. Stimmt, aber iergendwann muß Schluss sein, meistens auch Finanziell.
Ich muß allerding zugeben das mich so ein paar neue Kolben schon auch gereizt hätten.
Naja so ist das halt mit dem Point of no Return.

Hoffe das ich danach etwas Ruhe habe.

Gruß Torsten
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superspitchris
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Beitrag von superspitchris »

Der Satz Kolben ist nur unwesentlich teurer als der Satz Ringe und wenn du dann noch die Arbeit mit dem Ringnuten nachstechen dazurechnest.....ich hätte auf jeden Fall neue Kolben genommen, Preis bei Paddock: 75 Pfund das sind beim momentanen Kurs etwa 100 Euros incl. Versand
Gruss Chris
P.S: Diese billigen Countykolben sind sogar von recht guter Qualität
www.spitfirescheune.de
freeze

Beitrag von freeze »

Da taucht schon die nächste Frage auf!

Beim vermessen der neuen County Standartgrößen Lagerschalen ist wieder eine Überaschung aufgetreten. Ausendurchmesser Pleulzapfen 47,620 mm
Innendurchmesser aller vier Pleul mit den neuen Lagerschalen 47,715. also ein gutes 10tel Spiel. Praktisch nicht zu gebrauchen. Habt Ihr Erfahrung mit den County Lagerschalen. Gibt es eine Angabe der Tatsächlichen Stärke der Lagerschalen. Hätte noch die Change Lagerschalen von AE? zu bekommen, stellt sich nur die Frage ob das bezüglich Masshaltigkeit einen Unterschied macht.

Gruß Torsten
Reinald

Beitrag von Reinald »

deshalb sollte man erst die Lager bestellen und dann die Welle schleifen lassen...

Gruß
Reinald
freeze

Beitrag von freeze »

Hallo Rainald,

da gebe ich dir vollkommen recht, es wurden bei mir allerdings nur die Zapfen der Hauptlager geschliffen. Pleulzapfen wurden nur poliert da der Zustand und das Maß noch o.K. sind
Aber was hat das eine den mit dem anderen zu tun? Oder muß man bei Standart Lagerschalen die Zapfen auftragschweißen? Ich denke eher nicht!

Gruß Torsten
Daniel

Beitrag von Daniel »

dafür gibts dann die Übermasslager :-)

Viele Grüße,

Daniel
Joerg

Beitrag von Joerg »

Hallo Torsten,

beim Mini gabs Motorblöcke, deren Hauptlagergasse wohl schlecht bearbeitet war. Die wurden dann teilweise im Werk schon aufgespindelt und dickere Lagerschalen eingesetzt.
Vielleicht hat jemand sowas mit deinen Pleueln auch schon gemacht. Leider steht im WHB kein Wert für den Innendurchmesser des Pleuels am rotierenden Ende, ist also schlecht nachprüfbar.
Wenn die Lagerschalen drin sind und nur eine Schraube am Deckel festgezogen ist, hast du dann einen Spalt an der anderen Seite?
Auch dazu steht nichts im BL WHB, aber ich meine mich zu erinnern, dass der Spalt ca. 0,1mm betragen sollte.

Vielleicht weiß einer der Motorenexperten hier was genaueres.


Gruß

Jörg
freeze

Beitrag von freeze »

Guten Morgen allerseits,

@ Daniel: Das mit dem Auftragsschweissen war natürlich nur Ironisch gemeint.
Ich meinte damit das man doch berechtigte Hoffnung haben dürfte das bei einem Standart Zapfendurchmesser auch ein Standart Lagersatz zumindest annähernd Passt und nicht mal eben mit 0,1mm Spiel glänzt. Da hätte auch alles Messen nicht geholfen, dicker wird der Zapfen nimmer.

@ Jörg: Das mit dem Spalt habe ich nicht getestet. Habe zum vermessen natürlich beide Schrauben angezogen. Das sieht soweit alles sehr gut aus bis aufs Maß.

@ Reinald: Kann natürlich gutsein das ich in den saueren Apfel beissen und nachträglich die Pleulzapfen auf Übermaß schleifen lassen muß.
Würde mal wieder bestätigen das man doch lieber alle Masskritischen Ersatzteile erstmal vermessen sollte und dann erst Handel.

Gruß Torsten
Reinald

Beitrag von Reinald »

Moin,

sorry, ich hatte überlesen, das die Pleulzapfen noch im Originalmaß waren.

a) Du könntest die Lagerschalen Teflonbeschichten lassen beim Kexel. Ein paar 1/100 bringt das zusätzlich, auch wenn das natürlich nicht die ideale Lösung ist, um ein Lagerspiel in den Griff zu bekommen

b) County hat auch noch eine zweite Reihe Lager im Programm, Kopien von den alten Vandervell-Dreistoff-Lagern. Vielleicht haben die leicht andere Maße

c) AE hat Alu-Lager - aber da sollte auf jeden Fall die Welle nitriert werden, da die Lager für die "normalen" Wellen (insesonders die 1500er) zu hart sind.

Gruß
Reinald
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