Ventile erneuern oder nicht ?

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Brüchi
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Beitrag von Brüchi »

Hi Chris
da wir hier ja schon so nett am rumdiskutieren sind: ich behaupte nun, dass sich die Ventile bei unseren Spitfire- Motoren NICHT drehen.

Normalerweise verklemmen sich die 2 Klemmkeile mit dem Ventilschaft und dem oberen Federteller. Somit müßte sich dann ja das Ventil zusammen mit dem Federteller und der(n) Ventilfeder(n) drehen.
Bei anderen Motoren mag das ja auch anders sein, beim Spitimotor dreht sich normalerweise nichts :shock:

Fröhliches weiterdiskutieren wünscht Euch
Brüchi :wink:
Zuletzt geändert von Brüchi am 5. Dez 2007, 13:59, insgesamt 1-mal geändert.
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alex0469
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Beitrag von alex0469 »

Und wenn wir schon dabei sind alle 2 Liter 6 Zylinder die ich hier hab haben nur eine Feder pro Ventil ;-)

Gruß Alex
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superspitchris
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Beitrag von superspitchris »

Ich hab ja auch nicht die Federn gemeint , sondern die Federteller, mein GT6 MK2 Motor hat übrigens doppelte Ventilfedern. Ich hab das mit dem 2 Teiligen Federteller damit sich das Ventil besser drehen kann irgendwo gelesen, ich meine in der Betriebsanleitung ich werds bei Gelegenheit mal suchen, mein Motorenmensch meint auch dass die Ventile durch die abrollende Bewegung der Kipphebel geringfügig gedreht werden. Ich finde das klingt einigermassen einleuchtend,hats hier noch mehr Meinungen dazu???? Wäre interessant zu wissen, was Dani darüber denkt
Gruss Chris
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Dani Senn
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Beitrag von Dani Senn »

ja, was meine ich wohl ' Bevor ich mich mal wieder zuweit aus dem Fenster lehne, gut überlegen, was ich schreibe.
Drehen der Ventile beim öffnen und schliessen das war mal. Die meisten heutigen Motoren mach nur noch auf und zu.
Ventile einschleiffen : Das sogenannte Einschleiffen mit Carborundumpaste und Holzstöckchen mit Saugnapf brauchen wir selten.
Denn wenn ein Sitz bei uns nicht 110 % dicht ist, wird das Ventil geschliffen oder ersetzt. Auch die Ventilführungen werden genau ausgemessen und wenn sie oval oder zuviel Kippspiel oder zuviel Laufspiel haben ersetzt.(Herstellerangaben) Die Ventilsitze werden dann zwangsweise auch neu gefräst. Mit unseren modernen Fräsmaschinen entfällt sogar das nachträgliche einschleiffen.
Ganz selten, meistens nur aus kosmetischen Gründen werden bei uns Ventile nur eintouschiert, aber dafür haben wir eine Maschine, die mit oszilierenden (weiss nicht was es heisst, tönt aber gut) Bewegungen das Ventil dem Sitz angleicht. Dabei spielt es keine rolle wie das Ventil vorher auf dem Sitz sass. Wichtig ist nur, das die Ventile vom jeweiligen Zylinder sind. Ventil und Sitz müssen am Schluss rings herum gleichmässig matt grau sein. (Die Maschine macht halbkreisförmige Drehungen von li nach re und zurück). Der Sitz sollte auf dem Ventil bei einem Wassergekühlten
Motor im äusseren Drittel zeichnen, bei den Luftheulern etwa in der Mitte des Ventil's (höhere Verbrennungstemperaturen).
Moderne Motoren haben Heutzutage Einlasssitze von 1- 1.5mm breite
Auslasssitze von 1,5 - 2mm breite.
Unsere Rennmotoren haben Sitzbreiten von 1.0mm und 1,2 mm
die Sitze möglichst weit aussen bringt einen besseren Gaswechsel, geht aber auf Kosten der Langlebigkeit, wobei das in unserem Fall keine Rolle spielt, da ende Saison eh alles zerlegt wird, oder sich der Motor vorher auf der Rennstrecke in Rauch auflöst. :AUTSCH:
So, jetzt könnt Ihr drüber herfallen und meinen Text in der Luft zerreissen,
aber dann habe ich wohl so ca 300-400 Zylinderköpfe im Jahr und das seit 17 Jahren falsch bearbeitet :happywink:
Nachtrag : Chris, was Du eventuell gelesen hast, sind die Cam follovers, also die Stösseltassen die unbedingt drehen müssen, da sonst die NW schaden nimmt.
Zuletzt geändert von Dani Senn am 5. Dez 2007, 21:59, insgesamt 3-mal geändert.
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alex0469
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Beitrag von alex0469 »

Dani zerrissen wirst du hier doch nie nur wenn ich meine Schleifaste und mein Holzstöckchen im deine Werkstattausrüstung vergleiche wundert mich das mein Motor überhaupt läuft --- und wenn man alles mit einer Maschine einschleift und fräst und nicht in Mühsammer handarbeit dann ist es wohl auch egal ob 1/1000 mehr weg muß.
Und meine 0,3 bis 0,4 Zylinderköpfe pro Jahr können mit deinen 300 - 400 definitiv nicht mithalten :top: :top:

Gruß Alex
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Rorei
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Beitrag von Rorei »

Hallo Dani Senn,
deine Beschreibung ist doch o.k., da gibts nichts zu meckern. Ich konnte leider nicht alles am Kopf maschinell bearbeiten sondern mußte nach Uraltsitte die Ventilsitze mit Handfräsern ( Fräsersatz ) nachsetzen. Dadurch war ich natürlich gezwungen, die Ventile mit Läpp-Paste einzuschleifen. Die Dichtigkeitsprüfung mit Benzin ergab aber auch eine 100%-tige Dichtheit und ich war mit meiner Arbeit zufrieden. Der Motor läuft auch seit Jahren für meinen Gebrauch einwandfrei.
Gruß Roland
Spiti-MK4-1300 ( Bj.73 ) und Vitesse MK1-Convertible ( Bj.67 ) www.rolands-triumph.de
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Dani Senn
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Beitrag von Dani Senn »

Gelernt habe ich es auch mit Holzstöckchen und Paste das war so um 1972 Rum und das Stundenlang. Da hatten die Motoren noch stattliche Ventile drin, so mit 8mm Schäften, Dicken Ventiltellern, und Durchmessern wie Champignions da gab es noch Bleibenzin, die Sitze waren 2 - 2.5mm breit nicht zu vergleichen mit Heute (5.5mm Schäfte Sitze wie oben beschrieben, schlechteres Benzin, dafür härteres Material Ventile bei einem 2.0lt. 28 und 34mm Durchmesser,dafür 16 Stk.) Bei einem Saab z.B. könntest Du heute Stundenlang hölzeln, es wäre nichts zu sehen.
Natürlich funktioniert das bei unseren alten Triumph Motoren in den meisten Fällen, sind aber Sitzringe neuerer Zeit für Bleifreibetrieb drin, happert es schon. Laufen tun sie fast immer irgendwie, fragt sich manchmal nur wie (Siehe diverse Tread's hier im Forum) und wie lange :top:
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Andi
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Beitrag von Andi »

oszilierenden (weiss nicht was es heisst, tönt aber gut
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Dani Senn
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Beitrag von Dani Senn »

Ach darum bekommt unser weibliches Personal immer glänzende Augen,wenn ich ihn mal in Betrieb nehme :XXXXXX: :oops: :shock:
(den Oszilorator)
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Brüchi
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Beitrag von Brüchi »

Hi Dani
Bei deinem Beitrag braucht man nix zerreissen, stimmt doch alles :top: .

Aber meine Beschreibung vom Ventil einschleifen bzw NACHschleifen bezieht sich auf den normalen Spitfire- ZK. Also keine neue Ventile, keine gehärtete Ventilsitze usw..

Wenn man den ZK komplett überholt sieht die Geschichte logischerweise ganz anders aus.

Oszillierend: dies ist eine auf- ab Bewegung oder halt auch hin- und her Bewegung. Haste ja schon selbst beschrieben.

Grüßlis, Brüchi
Spitfire Mk 3 ( 67er), Toledo ( 71er ), Vitesse Estate ( 67er, in Dauerrestauration).....
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