leichtes Rasseln

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peter.urbancik
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leichtes Rasseln

Beitragvon peter.urbancik » 26. Mär 2019, 09:04

Buon giorno
bei meinem Spitti ist mir aufgefallen, dass er nach dem Starten, wenn er über Nacht stand, ca eine halbe Sekunde bis Sekunde ein, ich nenne es mal „Rasseln” zu hören ist, was dann verschwindet und auch nicht wieder kommt. Steht der Wagen tagüber bei der Arbeit und ich starte abends, ist dies nicht so, auch wenn er ne Stunde steht ist die nicht so.
Es hört sich meiner Meinung nach so an, als würde bei Öldruck das Rasseln verschwinden.
Ich starte den Wagen immer so, dass zuerst der Anlasser eine male durchgeorgelt wird, damit schon etwas Ölkdruck vorhanden ist, bevor die Kolben es auf den Kopf bekommen.
Der Wagen hat Leistung, sprigt sofort an, zieht von unten bis oben sauber durch, also nicht, wo man sagen könnte, da zeigen sich Ursache und Wirkung.
Soll ich mir Sorgen machen? Vielleicht hat ja jemand einen Tipp.
Einen schönen Saisonstart und tanti saluti
Peter

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Brüchi
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Re: leichtes Rasseln

Beitragvon Brüchi » 26. Mär 2019, 09:06

Klingt für mich wie etwas zu großes Pleuellagerspiel.
Sprich: Lagerschalen verschlissen.
....little car, big fun...

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peter.urbancik
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Re: leichtes Rasseln

Beitragvon peter.urbancik » 26. Mär 2019, 09:10

Hallo Brüchi
das Rasseln ist eher, ich nenne es mal hochtönig.
Müsste bei der KW nicht eher ein Rumpeln zu vernehmen sein, und auch Vibrationen?
Viele Grüsse
Peter

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Re: leichtes Rasseln

Beitragvon Brüchi » 26. Mär 2019, 09:16

.....dann würde ich auf die Steuerkette (bzw deren Spanner) tippen.
Über Nacht tropft das meiste Öl ab...es rasselt.
....little car, big fun...

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Bellini
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Re: leichtes Rasseln

Beitragvon Bellini » 26. Mär 2019, 09:29

Bei mir klangen die verschlissenen Pleullager tendenziell hochtöniger als die Hauptlager, hatte damals beides zur Auswahl... :(

Kann man in dem frühen Stadium noch mit 10W60 kurieren, aber irgendwann müssen die Lager dann gemacht werden...

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peter.urbancik
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Re: leichtes Rasseln

Beitragvon peter.urbancik » 26. Mär 2019, 09:32

Kann man den Spanner einzeln Tauschen - der Motor hat jetzt 75 000 Milen / 123 000 Km gelaufen, ich weiß nicht, ober er schon mal gemacht wurde, er hat keinen Ölverbrauch, kein Wasserverbrauch, läuft wie gesagt ruhig und in allen Drehzahlbereichen gut.
Ich hatte mir den Steuerkettentausch mal im Handbuch angeschaut, da braucht man diese Einstellscheibe für die Nockenwelle?

Wenn man Kette und Spanner tauscht, ist wahrscheinlich eine Duplexkette besser, dafür müsste an KW und NW das ZAhrad getauscht werden - ist ja ein größerer Angang. Mein Spitti ist ein US-Modell mit doch etwas weniger PS, ist da die einfache Kette auch ne Löasung? Hat ja 123 000 Km gehalten …

Ist denn jemand in der Nähe von Augsburg, der das mit mir zusammen machen könnte, diese Arbeit habe ich bisher noch nie gemacht und würde ungern den Motor ruinieren …… :?

Viele Grüße
Peter

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Re: leichtes Rasseln

Beitragvon Rolf » 26. Mär 2019, 10:14

Der Steuerkettenspanner ist leicht zu tauschen.
Der ist ja in dem Deckel befestigt.
Dazu braucht man natürlich auch keine Gradscheibe, denn an den Zahnrädern und an der Kette macht man dabei nichts.

Wenn du die Kette auch erneuern möchtest, brauchst du auch keine Gradscheibe. Du solltest aber auf eine Kette von guter Qualität achten.

Duplexräder und Duplexkette brauchst du beim Spitfire absolut nicht. Viele moderne Autos mit Leistungen über 200 PS haben heute noch einfache und zum Teil endlos lange "Fahrradketten".


Grüße
Rolf
TRIUMPH SPITFIRE 1500 ohne Ölkühler, ohne Hitzeschutzband, ohne Messingschwenklager, ohne Bremsscheibenschutzbleche, ohne Zweihundertwattstereoanlage, ohne Wartungsklappen, ohne Lambdasonde, ohne Schläuche in den Reifen und ohne zwölf zusätzliche Relais.

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Re: leichtes Rasseln

Beitragvon xsivelife » 27. Mär 2019, 09:10

Ketten- & Kettenräderwechsel erfordern Neujustierung der Nockenwelle, ansonsten ist das wie Reifendruckeinstellung per Augenmaß.

Eine (gute) Duplexkette ist mindestens gut für's Gewissen, moderne Motoren kann man hier IMO nur bedingt zum Vergleich heranziehen.
Viele Grüsse aus dem Schwobaländle,
Mike

2-Räder: '83er Vespa PX 200+ & '86er Honda NS 400 R & '88er KTM GS 400 H
4-Räder: '66er GT6 MK1 & '73er MK IV & '05er Twingo

Chrome alone ... won't take you home :mrgreen:

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peter.urbancik
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Re: leichtes Rasseln

Beitragvon peter.urbancik » 27. Mär 2019, 09:43

Hallo
Was bedeutet Neujustierung der Nockenwelle? Was ist da zu tun?
Die ganze Sache ist ja doch etwas „aufwendiger”, da dei KW-Mutter an der Front abgenommen werden muss, Steuergehäuse entfernt und dann die Kette getauscht werden muss (eventuell auch Kettenräder). Davor Kühler-, Lima- und Lüfterflügel runter.
Die KW-Mutter ist ja doch meist etwas fester. Ist sie Rechts- oder Linksgewinde?
Bei Chris gibt es ein Werkzeug zur NW-Fixierung - erspart das die NW-Justierung?

Noch eine Frage zu den Pleuel-Lagern - wie kann das Spiel von außen feststellen und kann man die Lagerschalen bei abgenommener Ölwanne tauschen oder ist da ne komplette Motorrvision fällig?

Wie schon gesagt, das ist ne Arbeit, da hätte ich gerne kompetente Unterstützung, Nähe Augsburg/München, natürlich soll das auch nicht für nix sein, das ist selbstverständlich. Wer da also Zeit und Lust hätte, auch gerne nach der Saison, ich habe ein H-Saisonkennzeichen, kann bis Ende November fahren.
Besten Dank und Grüße
Peter

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Re: leichtes Rasseln

Beitragvon Fischkopf » 29. Jul 2019, 15:02

Hallo,

also die Pleuel- und auch Hauptlagerschalen kan man relativ bequem von unten bei abgenommener Ölwanne wechseln.
Ich habe das selbst schon bei meinem Auto gemacht, als ich Anfang der 100.000 er km Marke ein ähnliches Startrasseln meines Motors vernahm. Wenn Du das machst, bitte gleich das Axialspiel der Kurbelwelle prüfen und ggf. die Anlaufscheiben auf der Getriebeseite der Kurbelwelle mit wechseln! Auch das geht alles bei eingebautem Motor/Getriebe und der Preis für die neuen Lagerschalensätze ist ein Witz.

Bei mir hat der reine Tausch der Lagerschalen Wunder bewirkt und ich habe seitdem Ruhe! (Kurbelwelle hatte aber auch nur wenig bis mittelmäßig Riefen in den Oberflächen)

Das Lagerspiel kannst Du mit "Plastigage" ausmessen und dann anhand des Spiel entscheiden, ob die Reperatur mit einem Satz Lagerschalen zu machen ist, oder die Kurbelwelle ausgebaut und geschliffen werden muss.

Gruß, Markus

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peter.urbancik
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Re: leichtes Rasseln

Beitragvon peter.urbancik » 13. Sep 2019, 12:07

Hallo Markus
wie war bei dir das „Starterrasseln”? Bei mir ist es nur wenn er länger als 12 Stunden steht, für max. ein bis 2 Sekunden.
Ich dachte ja erst an die Steuerkette, aber die wird ja nicht mit Öldruck gespannt. Auch Chris meinte, es sind die Pleuellager, die ein wenig rumpeln bis Öldruck da ist.

Beim Fahren selber merke ich nichts, weder Fahrbetrieb noch Standgas, steht er z. B. 9 Stunden bei der Arbeit auf dem Parkplatz, ist kein Rasseln zu vernehmen.

Ich würde im Winter auch die Pleuellager mal präventiv tauschen.
Was gibt es zu beachten?
Ölwanne abnehmen sollte kein Problem sein. Neue Dichtung - das sollte da alles sein. Ich hab mal was von einem Holzkeil gelsen, der da irgenwo mit verbaut ist und mit getauscht werden soll? Ist dem so?

Die Pleuellager tauschen traue ich mir zu, Anzugsdrehmement steht im WHB, sollen die KW-Flächen mit feinstem Läppleinen bearbeitet werden? Gibt es eine Reihenfolge in der man am besten vorgeht? Die Lagerflächen beim Zusammenbau mit Öl befeuchten, schauen, dass die Ölbohrungen richtig sitzen und dann Stück für Stück anziehen. Soweit richtig?

Mit den Anlaufscheiben habe ich keine Ahnung wie man das misst - da gilt bei mir wer misst, misst Mist.
Wie stelle ich das Spiel fest?
Vielen Dank für die Tipps, Markus ich schicke dir noch eine PN

Peter

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Re: leichtes Rasseln

Beitragvon Det1500 » 13. Sep 2019, 12:46

Das Axialspiel kannst auch so an der Riemenscheibe messen....

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Re: leichtes Rasseln

Beitragvon marc » 13. Sep 2019, 13:45

Hallo Peter,
ich hoffe Du hast ein WHB. Ob die Lagerschalen verschlissen sind erkennst Du beim Messen des Öldrucks. Falls Du kein Instrument dafür hast, dann wäre das ein Geschenk für Weihnachten.

Es spricht aber alles für verschlissene Pleuellager, passt auch zur Laufleistung. Die Hauptlager würde ich auch tauschen, wobei das Vordere etwas knifflig ist, wenn 2 und 3 ohne wirklichen Befund sind, würde ich auch nur diese beiden tauschen und das Erste drin lassen. Das Risiko ist sonst groß danach eine Ölsardine zu fahren.

Plastigage braucht man m. E. nicht, das Untermaß der KW bzw. Übermaß des Lagers steht auf der Schale. Immer gegen das gleiche Maß ersetzen, wenn man die Welle nicht neu bearbeitet. Steht nix drauf ist Standard, meist steht aber auch Std. eingeschlagen, sonst .10, .20, etc..

Läppen schadet nicht, bringt aber auch nicht viel. Nur wenn die Lagerschalen schon gedreht haben oder extrem verschlissen sind, nochmal schauen, ob sich ggf. an den Wangen der Lagersitze Ablagerungen der alten Lager gebildet haben. Die dann vorsichtig abkratzen. Wenn Spuren in der Welle sind, bleiben die auch. Immer sorgfältig und sauber arbeiten und mit viel Öl einsetzen. Zündkerzen raus. Mit alten Lagern drehen um ein Gefühl für den Widerstand zu bekommen, ein bisschen ist ja da, da die Ventile nicht entkoppelt sind, also die die NW gegen die Federn drückt.

Nach jedem einzelnen Lagertausch wieder durchdrehen. Auch mit neuen Lagern wird der Widerstand nicht größer. Wenn also Kraft notwendig ist, Lager nochmal aufmachen. Nicht locker einsetzen, sondern gleich mit 80% des Drehmoments festschrauben, auch lockere Deckel haben Widerstand, weil sich die Schalen nicht richtig anschmiegen.

Die Lagerdeckel der Haupt- und Pleuellager auf keinen Fall untereinander tauschen und auch vorn und hinten beachten. Die Lagerdeckel sind zwar meist markiert, aber leider auch nicht immer.

Die Anlaufscheiben sitzen am hinteren Hauptlager. Im Zweifel immer gegen Standard tauschen. Das Axialspiel kannst du feststellen z. B. mit einem Schraubenzieher, indem Du die Kurbelwelle nach vorn und hinten gegen den Block hebelst, aber tauschen der Anlaufscheiben ist eigentlich immer Pflicht und einfach. Auf die richtige Ausrichtung achten, Reibfläche (mit den Nuten) gegen die Kurbelwelle.

Wenn Du dann alles wieder zusammen hast, vor dem ersten Start den Motor ohne Zündkerzen drehen lassen, bis Öldruck da ist. Wenn Du scheinbar kein Instrument hast, solange orgeln bis Du merkst, dass der Anlasser etwas langsamer dreht. Dann Kerzen rein und Wrommm...

Achtung, das ist eine Anleitung für Hobby Schrauber und ohne Gewähr.
Zuletzt geändert von marc am 13. Sep 2019, 19:15, insgesamt 2-mal geändert.
Viele Grüße
Marc

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Re: leichtes Rasseln

Beitragvon peter.urbancik » 13. Sep 2019, 14:21

Hallo Marc
vielen Dank für die ausführliche Erklärung.
klar, WHB habe ich, aber oft ist für mich eine persönliche Erklärung und WHB der bessere Weg, vor allem, wenn man es das erste Mal zerlegt.
Also Danke, im Winter werde ich da drangehen - und schreiben, wie es gelaufen ist.
Danke und Grüße
Peter

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Re: leichtes Rasseln

Beitragvon Andi » 13. Sep 2019, 20:18

Mal ehrlich-weil er kalt 1-2 Sek rasselt?
Ich bin ja auch einer der auf jedes Geräusch achtet aber man kann es auch übertreiben.
Ich würds einfach im Ohr behalten und drauf achten obs schlimmer wird.
Evtl mal übers Öl nachdenken aber mehr auch nicht.
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