Welche Nockenwelle?

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astrid01

Beitrag von astrid01 »

Hallo Jürgen,

Kerzenbild ist top. Ab 100km/h oder ca. 4000 Umdrehungen beschleunigt
er nicht mehr weiter, läuft aber völlig normal und ruckelt nicht. Die einzeln Gänge lassen sich noch bis ca. 5000 hochdrehen, dass ist dann aber auch die Grenze. Kontaktabstand stimmt übrigens auch.
Eigentlich kann das nur noch an der Nockenwelle liegen. Wir vermuten derzeit, ob wir eine falsche NW geliefert bekommen haben.
Z.b. Sport-NW statt der Standard-NW. Wäre zumindest eine Erklärung, weil dann würde die Einstellung nicht stimmen.

Die Zündspule ist eine Lucas Sport 12V. Sollte doch eigentlich funktionieren oder? Was müßte denn da evt. angepasst werden? Kannst Du das mal erläutern?

Wie kann ich eine Sport-NW von einer Standard-NW unterscheiden? Gibt es äußerlich einen Unterschied, den man z.b. durch vermessen ermitteln kann?

Gruß
Bernd
Harry
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Beitrag von Harry »

:mrgreen:

Hi Bernd,

klar kann man die Nocke messen. Eine Gradscheibe (Dany hatte welche eingestellt) auf die KW und eine Messuhr auf das 1. und 2. Ventil und dann die Kurve aufnehmen und mit den Werten oben vergleichen.

Mal ne dumme Frage am Rande:
Kannst Du Vollgas geben? Dh. ist das Gasgestänge so eingestellt das die Drosselklappen bei Vollgas ganz offen sind?

mfG
Harry
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Brüchi
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Beitrag von Brüchi »

Hallo Bernd.

Bitte mache deine Angeben etwas genauer!
Wir tappen hier immer noch im Dunkeln herum, Du gibst uns leider auch nur halbe Antworten auf unsere Fragen.

Du hast geschrieben, dass ihr mit verschiedenen Einstellungen (Zündungseinstellung, Verteiler) probier thabt.

Also, welche Einstellungen? Welche Verteiler? War bei den ganzen Verteilern die Zündverstellung (Unterdruck UND Fliehkraft) ok, bzw. welche maximale Verstellung habt Ihr gemessen?

Wurde der Tacho und der Drehzahlmesser mal überprüft, ob diese so halbwegs richtig anzeigen?

Zündspule: welche Spannung liegt da an?

Kompression: welche???

Dann schreibst Du, dass die Nockenwelle richtig eingestellt (Steuerzeiten) wurde....wurde dies auch kontrolliert bzw nenn uns dann einfach die Steuerzeiten !!!

Die NW's unterscheiden sich in den Steuerzeiten und im Nockenhub...welchen Nockenhub (entspricht NICHT dem Ventilhub) hat denn diese NW?
Fazit: wenn diese NW eine Tuning- NW wäre, habt Ihr entweder einen Schmarrn gemessen/eingestellt oder Euch hätten die falschen Steuerzeiten auffallen müssen.
Steuerzeiten: Das sind die Zeiten, bei denen sich das Einlassventil bzw. Auslassventil öffnet oder schliesst. Dies kann man nur mit einer Gradscheibe und einer Messuhr kontrollieren. Habt Ihr das gemacht?

Vergaser: Welche Nadeln sind drin (Kennung) . Welche Dämpferfedern sind drin? Sind alle Vergaserteile ok ? Wurden die Vergaser (Luftmenge) synchronisiert?

Wo hast Du die NW gekauft? Ruf dort an und beschreibe dein Problem, mit der Bitte um Überprüfung deiner Lieferung (vielleicht ist ja der Lagerbestand "plötzlich" falsch???

@ Harry: um 100 im 4.ten zu fahren tippe ich das Gaspedal nur an...somit wären die Drosselklappen nur wenig geöffnet. Aber gut/berechtigt ist deine Frage dennoch :top:

Grüßlis, Brüchi
Spitfire Mk 3 ( 67er), Toledo ( 71er ), Vitesse Estate ( 67er, in Dauerrestauration).....
astrid01

Beitrag von astrid01 »

Ok, da ich die Einstellungen selbst nicht gemacht habe werde ich
die Werte beschaffen.

Jedenfalls sagt er. dass alles ok ist. So wie ich das einschätze, müßte ich evt. selbst alles mal kontrollieren. Leider fehlt mir dazu aber ein Handbuch
und evtl. auch Spezialwerkzeug oder Meßgeräte.

1. Kompression haben wir bisher nicht gemessen, weil Motor ist überholt und hat neue Kolbenringe. Dürfte also ok sein oder?
2. Wie kann ich Unterdruck/Fliehkraft mit dem jetzt eingebauten Verteiler
kontrollieren? Strobolampe habe ich. Kann ir das jemand beschreiben?
3.Drehzahlmesser zeigt 950 an, Stroboskop 1100. Tachoabweichung noch nicht getestet.
4. Wir haben bisher probiert mit 6, 8, 10, und 4 Grad vor OT

5. Steuerzeiten kann ich nicht angeben, weil nicht gemessen. Er hat die NW nach Anleitung im Werkstatthandbuch eingebaut.

6. NW ist von Bastuck, habe dort angerufen und als Antwort kam: NW-Lieferung ist korrekt, wenn es eine Sportnocke wäre müßte der Motor auch bei falscher NW-Einstellung trotzdem noch wesentlich besser laufen als jetzt. (Stimmt das?)
Die tippen auf falsche Stellung der NW. Wie kann ich das prüfen? Geht das im eingebauten Zustand?

7. Zündspulenspannung bisher nicht gemessen. Welchen Einfluss hat die
auf die Leistung und wie kann man das messen?

8. Die sind überholt, B0 Nadeln sind drin. Federn weiß ich nicht. Alle Vergaser sind ok, d.h. neu oder überholt. Luftmenge ist synchronisiert.

Da ich auch langsam die Geduld verliere und nicht immer wieder nachfragen möchte wäre meine Bitte falls möglich mir einige Infos zu geben wie ich einige Einstellungen/Fehlerquellen selbst checken kann.

Ich weiß, das Ferndiagnosen schwierig sind, trotzdem danke für Eure Hilfe.

Bernd
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Brüchi
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Beitrag von Brüchi »

Hi Bernd
Wenn "er" sagt, dass alles ok ist dann wird er ja auch die Steuerzeiten ü+berprüft haben...und somit festgestellt haben, ob es eine MK 3 Nockenwelle ist oder nicht?
Lass die Steuerzeiten bitte nochmals überprüfen und schau dabei zu :wink: .
Die Überprüfung ist eigentlich nichts besonderes.
Die Steuerzeiten sollten ja 25-65 , 65-25 sein. Aber HILFE DANI / HARRY, wann nun welches Ventil bei OT oder UT schliesst/Öffnet, verwechsle ich immer.
Ich glaub es war: Einlassventil öffnet 25 Grad vor OT und schliesst 65 Grad nach UT, das Auslassventil öffnet 65 Grad vor UT und schliesst 25 Grad nach OT

OT = oberer Totpunkt (mit Messuhr einmessen)
UT = unterer Totpunkt bzw 180 Grad nach OT

Die Gradangaben sollten ALLE möglichst genau stimmen, wobei eine Abweichung von 1- 4 Grad noch ok ist, bei 10 Grad oder mehr stimmts absolut nicht mehr.

Zu 1.: tja, normalerweise schon...Du suchst aber einen Fehler...also kontrollieren!
zu 2: Zündung statisch auf ca. 8 Grad vor OT einstellen. Mach Dir dann mit weissem Stift oder heller Farbe ein paar Markierungen in Richtung FRüh, alle 10 Grad.

Bei Leerlauf sollte dann die 10er Markierung fa
Zuletzt geändert von Brüchi am 4. Jul 2007, 08:34, insgesamt 2-mal geändert.
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Harry
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Beitrag von Harry »

:mrgreen:

Hi Bernd

.... Leider fehlt mir dazu aber ein Handbuch ...

Das sollte natürlich als erstes da sein, also Punkt 1 auf der Wunschliste ein passendes Werkstatthandbuch.
Das ist in deinem Fall natürlich nicht ganz einfach, da Du ja anscheinend ein Conglomerat aus verschiedensten Quellen hast. Mk3, MkIV 1300 und J-type Overdrive und wer weiß was noch alles.

1. Kompression haben wir bisher nicht gemessen, weil Motor ist überholt und hat neue Kolbenringe. Dürfte also ok sein oder?
Solltesein. Angaben über das Nachziehen der Zylinderkopfschrauben? Abmachung mit Motorbauer? Ölwechsel nach wieviel km? von wem?

2. Wie kann ich Unterdruck/Fliehkraft mit dem jetzt eingebauten Verteiler
kontrollieren? Strobolampe habe ich. Kann mir das jemand beschreiben?
3.Drehzahlmesser zeigt 950 an, Stroboskop 1100. Tachoabweichung noch nicht getestet.

Ich würde dem Stroboskop eher trauen als dem mechanischen Drehzahlmesser vom Mk3. Besser ist ein elektronischer mit grösserem Bereich. (die Stroboskopteile sind manchmal begrenzt).

Zum Kontrollieren:
zuerstmal auf die vorgeschriebenen 6° vor OT statisch nach alter Väter Sitte mit Prüflampe oder Zigarettenpapier einstellen. Kontaktabstand 0,35-0,40mm.
Die Unterdruckleitung abziehen und den Anschluß am Vergaser verschließen.
Da Du einen MkIV Block hast sollte an der Riemenscheibe eine Kerbe sein, und auf dem Steuergehäusedeckel eine Sägezahnartige Skala, deren Spitzen und Täler jeweils 2° KW darstellen.
Die gehen also schon mal bis 20° vor OT und auf der anderen Seite bis 18° nach OT. Macht zusammen 38° - das sollte reichen für den nötigen Test.
In die Kerbe der Riemenscheibe etwas weisse Farbe zum bessern Kontrast für die Stoboskoplampe. (z.b. Tipex oÄ).
Jetzt die Kurbelwelle auf 6° vor OT stellen und gegenüber dem Zahn von 18° nach OT auf die Riemenscheibe eine neue Markierung mit weisser Farbe. Das ist unsere neue Ausgangsmarkierung!!

Jetzt den Motor anlassen und warmlaufenlassen.
Wenn die Betriebstemperatur erreicht ist sollte der Motor mit Leerlaufdrehzahl laufen (750-800 rpm).
Im Standgas die Zündmarkierung anblitzen. VORSICHT vor dem Lüfter!!!!!!
Und Schutzbrille tragen, da vom Lüfter so einiges umhergewirbelt wird, vor allem dahin wo man gerade steht!

Die Markierung sollte bei 6° vor OT stehen (unsere neue Markierung bei 18° nach OT).
Falls nicht, lässt sich bei den alten Delco Verteilern der Zündzeitpunkt beim laufenden Motor mit Hilfe der kleinen Riffelschraube am Unterdruckversteller der Zeitpunkt verändern. ---> ADV = Frühverstellen.

Jetzt fahren wir die Verstellwerte ab. Und zwar von oben nach unten!

Als erstes auf ca. 5000 Umdrehungen, die Zündmarkiereung anblitzen und den Wert bei unserer neuen Markierung ablesen und notieren.
Dann auf 3000 Umdrehungen abfallen lassen, anblitzen und notieren.
Weiter auf 2200 Umdrehungen abfallen lassen, anblitzen und notieren
auf 1450 Umdrehungen abfallen lassen, anblitzen und notieren
Dann ins Standgas 800 Umdrehungen, anblitzen und notieren

Die Abgelesenen Werte sollten dann in etwa folgendem entsprechen (+-2°):
bei 800 rpm neue Markierung auf 18° nach OT => 18-18 = 0° Verstellung
bei 1450 rpm neue Markierung auf 4° nach OT => 18-4 = 14° Verstellung
bei 2200 rpm neue Markierung auf 1° nach OT => 18-1 = 17° Verstellung
bei 3000 rpm neue Markierung auf 2° vor OT => 18+2 = 20° Verstellung
bei 5000 rpm neue Markierung auf 8,5° vor OT => 18+8,5 = 26,5° Verstellung


4. Wir haben bisher probiert mit 6, 8, 10, und 4 Grad vor OT

5. Steuerzeiten kann ich nicht angeben, weil nicht gemessen. Er hat die NW nach Anleitung im Werkstatthandbuch eingebaut.

6. NW ist von Bastuck, habe dort angerufen und als Antwort kam: NW-Lieferung ist korrekt, wenn es eine Sportnocke wäre müßte der Motor auch bei falscher NW-Einstellung trotzdem noch wesentlich besser laufen als jetzt. (Stimmt das?)
Die tippen auf falsche Stellung der NW.

Die Frage beantwortet sich von selbst: "...müßte der Motor auch bei falscher NW-Einstellung trotzdem noch wesentlich besser laufen als jetzt - Die tippen auf falsche Stellung der NW." Was denn jetzt?

Wie kann ich das prüfen?

Siehe weiter oben, Gradscheibe und Messuhr.

Geht das im eingebauten Zustand?

Jaa!

7. Zündspulenspannung bisher nicht gemessen. Welchen Einfluss hat die
auf die Leistung und wie kann man das messen?

Da Du einen Mk3 hast läuft die Zündspule sowieso auf 12 Volt ohne Balastwiederstand.

8. Die sind überholt, B0 Nadeln sind drin. Federn weiß ich nicht. Alle Vergaser sind ok, d.h. neu oder überholt. Luftmenge ist synchronisiert.

BO ist richtig für Mk3. Das Dämpferöl in den Vergasern mal prüfen. Das sind die schwarzen Verschraubungen oben auf den Vergasern. Der Ölstand ist hier wichtig.

Da ich auch langsam die Geduld verliere und nicht immer wieder nachfragen möchte wäre meine Bitte falls möglich mir einige Infos zu geben wie ich einige Einstellungen/Fehlerquellen selbst checken kann.

Daher wieder Punkt1 auf der Wunschliste: WERKSTATTHANDBUCH!!!!!!

mfG
Harry

@ Brüchi:

inlet opens 25° Before Top Dead Center
inlet closes 65° After Bottom Dead Center
exhaust opens 65° Before Bottom Dead Center
exhaust closes 25° After Top Dead Center
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Brüchi
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Beitrag von Brüchi »

...oh, ich bin ausgestiegen????
Hier gehts weiter:


Die weiteren Werte für den richtigen D200 7953460 sollten sein
Fliehkraft
bei 800 rpm KW 2°+-2° ( = 8- 10 Grad vor OT)
1450 - 14 +-2 ( = ca. 22 Grad vor OT)
2200 - 17 +-2 (= ca. 25 Grad vor OT)
3000 - 20 +-2 (= ca. 28 Grad vor OT)
5000 - 26,5 (= ca. 34 Grad vor OT = Maximale Frühverstellung)

4. bringt nur wenig, bei zuviel Frühzündung klingelt der Motor, bei zuwenig Frühzündung verschenkt man etwas Leistung. Dürfte aber nichts mit dseinem Problem zu tun haben.
zu 6. irgendwie widerspricht sich das doch? Bei falsch eingestellter NW stimmen halt die Ventilsteuerungen nicht mehr = leistungsverlust!

zu 8. trotzdem mal kontrollieren, ob da alles ok ist. Kolben bewegen sich gleichmäßig? usw..

Tja,. ich weiss so'n Fehlersuche ist lästig, aber messe alles sauber und langsam durch, bis der fehler gefunden ist!

Grüßlis, Brüchi
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astrid01

Beitrag von astrid01 »

Danke Euch.
Nur noch als Hinweis: Ich habe keine Sägezahnmarkierungen
am Block sondern die Riemenscheibe mit den Einkerbungen und die
Markierung am Motorblock ist ein ein roter Pfeil.

Bernd
Harry
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Beitrag von Harry »

:Harry:

Ich frag jetzt mal besser nicht woher Du dann wusstest wo 2, 4, 6, 8 oder 10° vor OT zündzeitpunkt waren.

Also nochmal, diesmal für single Pointer.
Ist natürlich noch die Frage: Was zeigt der Zeiger (Pfeil) an? Zündzeitpunkt oder OT?

Gehen wir mal von OT aus.

Benötigtes Werkzeug:
Tipex (weisse Farbe)
Stroboskop
Drehzahlmesser
Schutzbrille
Schieblehre
Bandmass oder flexibles Lineal

Als erstes Messen wir den Aussendurchmesser der Riemenscheibe.
Dann errechnen Wir dessen Umfang und teilen durch 180. U= pi * d
Wir erhalten das Bogenmaß für 2° KW auf der Riemenscheibe.

Jetzt tragen wir die entsprechenden Bogenmaße nach rechts von der Kerbe ab (wenn wir vor dem Wagen stehen).
Zuerst die 6+2° für 800 rpm
Dann die 6+14° für 1450 rpm
dann die 6+20° für 3000 rpm
und zum Schluß die 6+26,5° bei 5000 rpm
Das sollte reichen, da die Verstell"Kurve" des Verteilers in Wirklichkeit eine geknickte Gerade ist. Das kann durch die vier Punkte geprüft werden.

mfG
Harry
astrid01

Beitrag von astrid01 »

Hallo Harry,

auf der Riemenscheibe sind die OT-Markierung und mehrere weitere Markierungen, wobei wir davon ausgehen dass jede lange Markierung
2 Grad darstellen.
Ich werd es nach Deiner Anleitung versuchen.

Bernd
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