Schwenklager Hinterachse

Alles rund um die hohe Kunst der Schaltakrobatik sowie Instandsetzung der Getriebeeinheit und Achsen
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Rabe
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Schwenklager Hinterachse

Beitrag von Rabe » 5. Okt 2021, 14:08

Hallo Leute!
Aufgrund des TüV- Berichts muß/soll ich unter anderem die Schwenklager der Hinterachse tauschen. Gesagt- getan: alte Buchsen raus (waren PU- Buchsen drin mit deutlich ovalen Löchern,- demnach kein Wunder dass es Spiel hat und rumpelt). Neue (PA) Buchsen von der Scheune besorgt und eingezogen, alles gut. Buchsen ohne Beschädigung, sitzen fest und die inneren Blechscheiben haben kein Spiel zum Lagergehäuse. Aber jetzt:
- Gummiringe sind deutlich kleiner als die Buchsenteller und halten ums Verrecken nicht am Umfang der Buchsenteller (rutschen immer wieder ab).
- größeres Problem: auch ohne eingelegte Gummis lässt sich der Radträger nicht über die korrekt aufgelegten äusseren Blechteller schieben. Es fehlen ca. 1 - 2 mm. (die inneren Stahlhülsen stoßen übrigens nicht an die äußeren Blechteller!)

Frage: Gibt es hier Montagetricks? Müssen die H- förmigen Radträger vorgespreizt werden? Wenn ja- wie? Kann/soll man die Gummiringe einkleben?

Ich komme wegen so einer Kleinigkeit nicht weiter und bitte um Hilfe. Danke im Voraus!

Gruß
Ralph

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Re: Schwenklager Hinterachse

Beitrag von Brüchi » 5. Okt 2021, 14:37

Hast Du u.U. die Buchsen für die Vorderachse erwischt?
Da sind die Buchsen etwas dicker.
Der Gummiring passt schon, aber es ist wirklich ne fummelige Arbeit.
....little car, big fun...

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SpitiMK1
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Re: Schwenklager Hinterachse

Beitrag von SpitiMK1 » 5. Okt 2021, 20:33

Ich habe als Montagehilfe sogenannte Japanspachteln genommen.
Eine rechts und links an die Büchsen und der träger lässt sich ganz gut drauf schreiben
Viele Grüße Thomas

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marc
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Re: Schwenklager Hinterachse

Beitrag von marc » 5. Okt 2021, 21:57

Das Prinzip ist hinten dasselbe wie vorn, die Hülse muss ein paar Zehntel länger als die Nylonbuchse sein, damit das Lager um die Hülse drehen kann.
Viele Grüße
Marc

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Re: Schwenklager Hinterachse

Beitrag von Rabe » 6. Okt 2021, 10:09

Na, das ging ja mal wieder schnell mit den Antworten! Super Forum!

Marc / Brüchi: Die Sätze stammen von der Scheune und passen. Die Sätze für die Vorderache haben eine andere Bestellnummer.
Im Vergleich zu den ausgebauten sind die neuen Stahlhülsen übrigens ca. 1mm länger, was sinnvoll ist. :top:

SpitiMK1: das mit den Japanspachteln (und Fett !) werde ich probieren. Danke für den Tip.

Danke an Euch,- ich werde berichten, ob und wie es geklappt hat.

Gruß
Ralph

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Re: Schwenklager Hinterachse

Beitrag von kamphausen » 6. Okt 2021, 11:21

Zu den ovalen , alten Buchsen:

a) Kräftig fetten!
b) Fahrwerksschrauben immer im belasteten Zustand fest ziehen!

Sonst sehen die neuen schnell aus wie die alten Buchsen...

Peter

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marc
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Re: Schwenklager Hinterachse

Beitrag von marc » 6. Okt 2021, 14:27

Hallo Peter, außer bei den Schubstreben, die erst im belasteten Zustand festgezogen werden, ist das völlig egal. Wenn das Schwenklager richtig montiert wurde, dreht es sich immer um die eingeklemmte Buchse. Deswegen kann man den Bolzen auch richtig anknallen. Macht man das nicht, werden die Augen im Radträger oval. Die Buchsen müssen mit der Zeit oval werden. Das dauert aber bei den Nylons deutlich über 50tkm.

Was bei dieser Konstruktion m. E. völlig kontraproduktiv ist, ist der Ersatz durch PU Buchsen.
Viele Grüße
Marc

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Re: Schwenklager Hinterachse

Beitrag von Rabe » 7. Okt 2021, 09:27

Hallo Marc,
ich sehe das mit den PU- Buchsen in den Schwenklagern genauso. Es ist ja auch bezeichnend, dass die Scheune PU- Buchsen für verschiedene Zwecke anbietet. Für die Schwenklager aber nur PA- Buchsen. Ich denke, dass Chris von der Scheune sehr kompetent ist und nur Teile anbietet, die auch was taugen.
Nach meinem Wissenstand ist PU (Polyurethan) zwar abriebfest aber auf Dauer nicht druckstabil. Das Material "kriecht" mit der Zeit. PA (Polyamid) ist hingegen härter, besonders die hochvernetzten Typen (PA 6.6 oder höher). Allerdings steigt dann auch die Bruchgefahr beim Montieren. Also nicht mit dem Hammer einschlagen sondern langsam mit Gefühl einziehen/ eindrücken. :LEHRER: Ende.

Gruß
Ralph

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Re: Schwenklager Hinterachse

Beitrag von superspitchris » 8. Okt 2021, 07:55

So ist das , PU ist zu weich
Leider muss man aber sagen, dass die Nylonbuchsensätze qualitativ schwanken, das betrifft nur die Blechringe, die oft bescheiden gestanzt sind
Man kann den überstehenden Rand dort abfeilen, dann passt das auch besser
www.spitfirescheune.de

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Re: Schwenklager Hinterachse

Beitrag von Martin M » 8. Okt 2021, 14:58

Superflex in der Hinterachse des Spitfire nach 1000km hin. Im GT6 Rotoflex halten sie seit ca 7000km.
Martin

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Re: Schwenklager Hinterachse

Beitrag von Rabe » 10. Okt 2021, 10:17

Melde Vollzug!
Alles montiert mit reichlich Fett, plangeschliffenen Rändern der inneren Blechscheiben und Japanspachteln als Einführhilfe. Die Radträger sitzen recht stramm (spielfrei), lassen sich aber von Hand bewegen. Das wird sich im Betrieb noch etwas einlaufen. Danke nochmal an alle.

Hier noch zwei Tips, die mir geholfen haben:
- Die Gummiringe habe ich vor der Montage der Buchsen aufgezogen und mit etwas Superkleber (Cyan- Acrylat) fixiert. Die Gummis blieben auch nach dem Einziehen der Buchsen an Ort und Stelle.
- Um das Aufschieben der Radträger zu erleichtern und die weichen Bleche des Schwenklagers möglichst nicht zu beschädigen, habe ich ein altes massives Bohrfutter ganz aufgedreht, zwischen die Schenkel des Radträgers gesteckt (hat zufällig gepasst) und mit dem Bohrfutterschlüssel langsam zugedreht. Die Klemmkeile für den Bohrer fahren dabei nach aussen und somit werden die Schenkel des Radträgers gespreizt. Es sind zwar nur ein paar Zehntel Millimeter, aber es hat geholfen. (zu abenteuerlich???)

Gruß
Ralph

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Re: Schwenklager Hinterachse

Beitrag von Andi » 10. Okt 2021, 13:22

Nein,wenns funzt ist alles gut :top:
Wer keine Punkte in Flensburg hat hat endweder Glück gehabt oder behindert den fließenden Verkehr.

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Re: Schwenklager Hinterachse

Beitrag von marc » 10. Okt 2021, 13:52

Ich verwende immer eine Schraube oder 2 und eine Gewindemuffe zum Spreizen (M8).
Viele Grüße
Marc

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