Papierdichtung Getriebe und Kupplungsglocke

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Mitschu
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Papierdichtung Getriebe und Kupplungsglocke

Beitrag von Mitschu » 28. Mär 2021, 16:13

Hallo zusammen,

brauche mal einen Rat bzw. Infos wie man es richtig macht. Ich bin gerade dabei mein Schaltgetriebe neu abzudichten. Die Papierdichtung die in den Dichtungssatz enthalten ist ist nur 0,2 mm dick und aus Ölfesten Papier. Aber zu dieser Dichtung habe ich nicht wirklich vertrauen bei dieser Materialstärke. Ich wollte jetzt eine Dichtung aus Klingersil C-4400 in 0,5 mm Stärke trocken einbauen, spricht irgendwas dagegen? Oder baut man die Dichtung zwischen Getriebe und Kupplungsglocke grundsätzlich mit Dichtungsmittel ein? Vielen Dank für Eure Antworten im Voraus.

Gruß
Michael

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greasemonkey
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Re: Papierdichtung Getriebe und Kupplungsglocke

Beitrag von greasemonkey » 6. Apr 2021, 11:52

Da sich bis jetzt keiner gemeldet hat. War vor ein paar Jahren in derselben Situation und habe mir ebenfalls aus Klingersil eine Dichtung angefertigt. Aus Gründen einfacherer Montage hab ich sie zum Getriebe hin mit Hylomar aufgepappt. Bis jetzt hält es dicht und ich bin zufrieden. Ich schätze, an dieser Stelle ist die Dicke der Dichtung egal. Die Verzahnung der Welle zum Motor hin ist ja recht lang.
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Mitschu
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Re: Papierdichtung Getriebe und Kupplungsglocke

Beitrag von Mitschu » 6. Apr 2021, 12:18

Hallo Greasemonkey,

vielen Dank für die Antwort, dann werde ich die Klingersil Dichtung bzw. die Dichtfläche Getriebe seitig vorsichtshalber mal mit einen Dichtmittel hauchdünn versehen.


Gruß
Michael

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marc
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Re: Papierdichtung Getriebe und Kupplungsglocke

Beitrag von marc » 6. Apr 2021, 12:31

Wichtig ist, dass unter der in das Getriebegehäuse durchgehenden Schraube zwischen Glocke und Getriebe ordentlich abgedichtet (beidseitig der Papierdichtung) und unter diesem Bolzen eine Kupferscheibe montiert wird.
Viele Grüße
Marc

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Mitschu
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Re: Papierdichtung Getriebe und Kupplungsglocke

Beitrag von Mitschu » 6. Apr 2021, 12:44

Hallo Marc,

das mit der Kupferscheibe hatte ich auf dem Schirm, werde die Kupferscheibe vorher noch richtig erwärmen und sie so weich glühen. Ist es nicht eine Möglichkeit Loctite Gewindedichtung auf die untere Schraube aufzutragen? Damit müsste es doch eigentlich auch dicht sein in Verbindung mit dem Kupferring und der Klingersil Dichtung oder?

Gruß
Michael

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marc
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Re: Papierdichtung Getriebe und Kupplungsglocke

Beitrag von marc » 6. Apr 2021, 14:07

Ich halte nix von Schraubendichtung. Papier, Kupferscheibe und Hylomar, keine Wissenschaft ;-).
Viele Grüße
Marc

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Andi
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Re: Papierdichtung Getriebe und Kupplungsglocke

Beitrag von Andi » 6. Apr 2021, 18:56

Und Kupferscheibe erhitzen?
Erstmal müßte man sie dann zurückstauchen weil alein erhitzen bringt nix.
Wenn man sich denn die paar Cent für eine neue sparen möchte.
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Re: Papierdichtung Getriebe und Kupplungsglocke

Beitrag von Mitschu » 6. Apr 2021, 23:38

Hallo Andi,
es geht nicht darum die alte Kupferscheibe wieder zu verwenden. Das erwärmen macht die neue Kupferscheibe nur weicher und damit anschiegsamer und dadurch erhält man ein noch besseres dichtergebniss.

Gruß
Michael

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Re: Papierdichtung Getriebe und Kupplungsglocke

Beitrag von greasemonkey » 7. Apr 2021, 10:20

Naja, ich denke gescheit festziehen sollte ausreichen. Die mistige gekaufte Dichtung würde ich übrigens sorgfältig archivieren. Dann kannst Du die bei nächsten Mal Dichtung schneiden wieder als Schablone nutzen. Über die Zeit hat man dann nen ganzen Katalog Dichtungsmuster. Viel was man heute so bekommt will man sich echt nicht ins Auto bauen, aber als Muster reichts aus.
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Re: Papierdichtung Getriebe und Kupplungsglocke

Beitrag von Andi » 7. Apr 2021, 10:23

Falsch.
Ist die Kupferscheibe bereits gequetscht hat sie ihre Funktion erfüllt.
Sie wird durch erwärmen ja nicht wieder dicker und kann nicht wieder durch quetchen abdichten.
Dazu müßte man sie zurückformen.
Hat man früher tatsächlich gemacht auf einer Art Dorn wurden sie durch Klopfen/Schlagen auf den Rand verdickt.
Wenn ich meinen Sortimentskasten mal ausrechne komm ich auf1,66 Cent pro st.
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Re: Papierdichtung Getriebe und Kupplungsglocke

Beitrag von klato » 7. Apr 2021, 10:32

Ich hab hier noch ein 3-rail Getriebe und da ist die Dichtung bestimmt 0,5 mm stark
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten
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Re: Papierdichtung Getriebe und Kupplungsglocke

Beitrag von Mitschu » 7. Apr 2021, 11:10

greasemonkey hat geschrieben:
7. Apr 2021, 10:20
Naja, ich denke gescheit festziehen sollte ausreichen. Die mistige gekaufte Dichtung würde ich übrigens sorgfältig archivieren. Dann kannst Du die bei nächsten Mal Dichtung schneiden wieder als Schablone nutzen. Über die Zeit hat man dann nen ganzen Katalog Dichtungsmuster. Viel was man heute so bekommt will man sich echt nicht ins Auto bauen, aber als Muster reichts aus.
Ich habe gestern eine CAD Zeichnung von der Dichtung erstellt. Und die Dichtung ist jetzt so das sie auf der ganzen Dichtfläche aufliegt und nicht wie diese Murks Dichtung. Werde hier mal eine PDF Datei zur Verfügung stellen dann kann jeder diese Dichtung sich danach ausschneiden. Und ich werde heute noch ein paar Bilder einstellen original Dichtung vs Klingersil Dichtung

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Re: Papierdichtung Getriebe und Kupplungsglocke

Beitrag von greasemonkey » 7. Apr 2021, 11:25

Klasse das Du dir die Arbeit machst. Sowas können sicher viele hier brauchen
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TR injektion
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Re: Papierdichtung Getriebe und Kupplungsglocke

Beitrag von TR injektion » 7. Apr 2021, 11:49

Mitschu hat geschrieben:
28. Mär 2021, 16:13
Hallo zusammen,

brauche mal einen Rat bzw. Infos wie man es richtig macht. Ich bin gerade dabei mein Schaltgetriebe neu abzudichten. Die Papierdichtung die in den Dichtungssatz enthalten ist ist nur 0,2 mm dick und aus Ölfesten Papier. Aber zu dieser Dichtung habe ich nicht wirklich vertrauen bei dieser Materialstärke. Ich wollte jetzt eine Dichtung aus Klingersil C-4400 in 0,5 mm Stärke trocken einbauen, spricht irgendwas dagegen? Oder baut man die Dichtung zwischen Getriebe und Kupplungsglocke grundsätzlich mit Dichtungsmittel ein? Vielen Dank für Eure Antworten im Voraus.

Gruß
Michael
Hallo
die Materialstärke der Dichtung hat einen Sinn.
Denn der Ring der sich Aussen auf dem Eingangslager befindet soll auch die Glocke zentrieren.
Setzt du nun eine Dichtung ein die wesentlich dicker ist , kann es sein das die Zentrierung nicht mehr korrekt gegeben ist.
Zum Zusätzlichen Abdichten rate ich dir Dirko Rot oder CAF 1,auch um die Schrauben mit abzudichten.
Die Schrauben mit Alu oder Kupferscheiben bestücken.

Bis denn
Ralf
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Re: Papierdichtung Getriebe und Kupplungsglocke

Beitrag von Mitschu » 7. Apr 2021, 12:18

Hallo Ralf,

da bin ich voll bei Dir, wie schon geschrieben die originale hat eine Materialstärke von 0,2 mm und die selber gemachte hat 0,5 mm. Und durch das Anzugsmoment der Schrauben wird die 0,5 mm Klingersil Dichtung auch noch etwa dünner werden. Aber jeder der dieses Material mal in die Hand nimmt und mit dem vergleicht was aus dem Zubehör kommt wird sagen keine Frage was ich einbauen werde. Aber Bilder sagen mehr als Worte deshalb poste ich die nachher mal.

Gruß
Michael

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