Kupplungshydraulik

Alles rund um die hohe Kunst der Schaltakrobatik sowie Instandsetzung der Getriebeeinheit und Achsen
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Plasmaspeaker
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Kupplungshydraulik

Beitragvon Plasmaspeaker » 15. Apr 2019, 11:45

Hallo,
Beim "Aufwecken" meines Triumphs kam diesmal Kupplungs- und Bremsflüssigkeitswechsel mit auf die Wartungsliste,
sowie alle Pedalgestänge schmieren.
Vor 10 Jahren wurde alles neu gemacht. HBZ neuer Dichtsatz, Kupplungsgeber -und Nehmerzylinder neu.
Seit dem alle 2 Jahre regelmäßig Flüssigkeiten gewechselt.
Beim lösen des Abdeckgummis am HBZ alles trocken.
Beim lösen des Abdeckgummis am KGZ war schon alles feucht von der Bremsflüssigkeit. Den dann sofort ausgebaut und geöffnet.
Leichte Riefen im Alu... und richtig abgeschliffene Druckmanschette also erstmal defekt.
Dann den KNZ an der Kupplungsglocke ausgebaut, hier genau das gleiche. Das Staubschutzgummi war schon vollgelaufen mit Bremsflüssigkeit.
Den dann auch zerlegt und was mich dann auch nicht mehr überraschte innen riefig und eingerostet. Also auch defekt.
Sofort neuen KGZ und KNZ neu bestellt.

Ist das normal das die alle 10 Jahre hinüber sind ?
Warum rostet der Kupplungsnehmerzylinder von innen?
Wenn ich alle 2 Jahre regelmäßig Die Flüssigkeit wechsel sollte das doch nicht passieren oder?

unter dem Link: https://www.sw-em.com/techarticles.htm
gibt es eine Seite: Hydraulic Clutch Tech Article: https://www.sw-em.com/hydraulic_clutch_tech_article.htm
dort wird beschrieben wie man das Kippeln der Zylinder durch einen zusätzlichen O-Ring verhindern kann und somit auch die Riefen
im Zylinder.
Bild2.jpg
Bild1.jpg


Hat das schon jemand ausprobiert?

Gruß
Plasmaspeaker
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Re: Kupplungshydraulik

Beitragvon Martin M » 15. Apr 2019, 14:13

Beim Spitfire und GT6 habe ich jeweils nach ca 10 Jahren alles in der Hydraulik neu gemacht. Bremse und Kupplung. Radbremszylinder gegammelt und Kupplungsnehmerzylinder undicht waren die Teile de es zuerst "gerissen" hat. Habe dann einfach alles erneuert.
Gruß
Martin

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Re: Kupplungshydraulik

Beitragvon Rolf » 15. Apr 2019, 14:21

Die Gummiteile in den Zylindern lösen sich gerne auf. Zuerst hat man statt klarer Bremsflüssigkeit eine schwarze Brühe und dann wird's undicht. Ab ungefähr zehn Jahren geht das los...

Grüße
Rolf
Zuletzt geändert von Rolf am 15. Apr 2019, 20:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kupplungshydraulik

Beitragvon Plasmaspeaker » 15. Apr 2019, 15:00

Du sagst es,
bei mir wars genau so.
Und deshalb wird da mal was gegen getan.
Habe jetzt beide Kolben Kupplungsgeberkolben (KGK) und Kupplungsnehmerkolben (KNK) bei mir auf der Drehbank nachgearbeitet und denen einen zusätzlichen O-Ring verpasst.
Damit das ganze kein Wasser mehr zieht kommt jetzt da auch alle Gummimanschetten neu sind DOT5 Silikonöl rein.
Ist mir ein bisschen zu dickflüssig aber mal sehen wie es sich beim fahren so macht. Alternativ kann ich auch noch ein Silikonöl mit 50cst nehmen (da steht dann nur nicht DOT 5 drauf) das wäre dann bei Raumtemperatur gleich wie DOT 4 von ATE.

Gruß
Plasmaspeaker
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Re: Kupplungshydraulik

Beitragvon Ansgar » 15. Apr 2019, 20:13

oder DOT 3
Ein Auto ist erst dann schnell genug, wenn man morgens davor steht und Angst hat es aufzuschließen.
Ein getunter Spitfire ist das schnellste Zündplättchen der Welt !

Gruß Ansgar

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Re: Kupplungshydraulik

Beitragvon Dani Senn » 15. Apr 2019, 21:21

Achtung O Ring ist nicht gleich O Ring, auf alle fälle keinen aus NBR oder Viton benutzen. Qualität EPDM oder SBR ist für Brems und Kupplungsflüssigkeit geeignet, alles andere quillt auf und zersetzt sich.
Bodeblääch Dänu

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Re: Kupplungshydraulik

Beitragvon Plasmaspeaker » 16. Apr 2019, 06:31

Hallo Dani,
Bei Dot 5 kann man genauso gut NBR nehmen,
Nach den einschlägigen Beständigkeitslisten greift Silikonöl NBR auch nicht an.

Gruß Plasmaspeaker
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Re: Kupplungshydraulik

Beitragvon Dani Senn » 16. Apr 2019, 09:34

ja bei Silikon schon, aber für alle anderen als Hinweis.
Bodeblääch Dänu

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Re: Kupplungshydraulik

Beitragvon Spitcedes » 17. Apr 2019, 07:30

Fahre auch mit Silikonflüssigkeit - war bis dato kein Problem. Dann kannst auf jeden Fall beruhigter schlafen wenn es irgendwann nochmal undicht werden sollte ;)

Besten Gruß
Marco

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Re: Kupplungshydraulik

Beitragvon Plasmaspeaker » 17. Apr 2019, 08:24

Hallo,
Ja Silikonöl ist super, Umweltfreundlich, nicht Gesundheitsschädlich, greift kein Lack an,
die Viskosität ist weniger Temperaturabhängig, gibt es in allen Viskositäten, und und und..... :D :D

Gruß
Plasmaspeaker
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Re: Kupplungshydraulik

Beitragvon Spitcedes » 17. Apr 2019, 08:46

Finde übrigens deinen Ansatz mit dem O-Ring sehr gut! Hast du zufällig noch die Maße der Ringe die du benutzt hast?
Besten Gruß Marco

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Re: Kupplungshydraulik

Beitragvon Plasmaspeaker » 17. Apr 2019, 12:00

Hallo Spitcedes,

Maße habe ich:
Für den KGZ :12 x 2
für den KNZ: 17,12 x 2,62
Maße in mm und immer Innendurchmesser x Schnurstärke

Eindrehtiefe und Breite in den Kolben nach einschlägigen Berechnungen für O-Ringe für bewegte Hydraulikabdichtungen.
Aufpassen beim KNZ-Kolben der ist leicht gehärtet. Geht nur mit Hartmetalldrehstahl.

Gruß
Plasmaspeaker
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