Wie kommt der Zündfunke zu Stande?

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mpanzi
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Wie kommt der Zündfunke zu Stande?

Beitrag von mpanzi » 6. Aug 2020, 09:53

Ich hätte da mal eine Wissensfrage. Es geht wieder um einen Rasenmäher (hab insgesamt 4 Stück von denen rumstehen, 2 laufen mittlerweile und ich würde die eigentlich gerne alle funktionierend machen).

Dieser hier (siehe Foto) hat das Problem, dass er nicht anspringt. Einen Fehler habe ich gefunden, der Zündfunke. Er ist zum einen relativ schwach (kommt mir zumindest so vor) - wichtiger ist aber, dass er nur bei den ersten Umdrehungen (ich drehe mit einem Akkuschrauber) überhaupt einen Funken bringt, dann Pause macht und dann funkts wieder. Ich hätte jetzt einen Kondensator oder so in Verdacht.

Wäre das auch eure Vermutung? Kann am Anker oder an den Magneten was kaputt gehen? Mechanisch sehen die gut aus - ein wenig Rost, aber nicht übermäßig.

Jetzt noch ne grundsätzliche Frage: Wie erzeugt der eigentlich den Strom? Batterie und Zündspule hat er ja nicht.

Wie ich es mir vorstelle:
Der Lüfter (fehlt auf dem Foto, sonst sieht man ja nix) enthält die Magnete. Wenn sich der Lüfter dreht, wird er immer wieder an der Spule (schwarzes Plastikteil - ist übrigens von Ducati) vorbeigeführt und erzeugt so den Strom. Dieser Strom wird in dem Kondensator (silberner Zylinder, links über dem Anker) gespeichert und an den Zündkontakt weitergeführt.
rasenmäher2.jpg
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SkidRow654
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Re: Wie kommt der Zündfunke zu Stande?

Beitrag von SkidRow654 » 6. Aug 2020, 10:13

Hey Marcel,

in meinen Augen gibt es nur zwei Möglichkeiten. Wie Du schon geschrieben hast der Kondensator oder das Magnetfeld ist zu schwach...
wie in den Mofazeiten :lol:

Ich denke den Rest hast Du schon ausgeschlossen. Kerze, Kerzenstecker, Zündkabel und Zündkontakt.

Viel Spass beim basteln und Erfolg bei der Fehlerbehebung. :top:

Liebe Grüsse aus Zürich,
Skid
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greasemonkey
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Re: Wie kommt der Zündfunke zu Stande?

Beitrag von greasemonkey » 6. Aug 2020, 10:41

Das Ding hat eine sogenannte Magnetzündung. https://de.wikipedia.org/wiki/Magnetz%C3%BCndung
Kurz:
Ein Schwungrad mit Permanentmagnet wird an einer speziellen Zündspule vorbei geführt, die nur die Sekundärwicklung besitzt. Im Kern der Spule entsteht ein Magnetfeld das beim Entfernen des Dauermagnets zusammenbricht und sich als Funke durch die Spule entläd wenn der Unterbrecher öffnet.
Bei meiner Quickly und anderen Mopeds aus der Zeit läuft es ähnlich, nur das die auch noch Wechselstrom fürs Licht erzeugen können.
Es könnte an mehreren Punkten liegen:
- Permanentmagnet erschöpft (unwahrscheinlich)
- Spule hinüber (nicht so wahrscheinlich)
- Kondensator hin (sehr wahrscheinlich da Du sagst, dass es anfangs, also bei langsamer Drehung, funktioniert.)
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Re: Wie kommt der Zündfunke zu Stande?

Beitrag von mpanzi » 6. Aug 2020, 10:56

SkidRow654 hat geschrieben:
6. Aug 2020, 10:13
Hey Marcel,

in meinen Augen gibt es nur zwei Möglichkeiten. Wie Du schon geschrieben hast der Kondensator oder das Magnetfeld ist zu schwach...
wie in den Mofazeiten :lol:

Ich denke den Rest hast Du schon ausgeschlossen. Kerze, Kerzenstecker, Zündkabel und Zündkontakt.

Viel Spass beim basteln und Erfolg bei der Fehlerbehebung. :top:

Liebe Grüsse aus Zürich,
Skid
Zündkerzenstecker habe ich einen neuen gekauft, das abgenudelte Kabelende abgeschnitten und das neu gemacht. Eigentlich hätte ich gerne das ganze Zündkabel getauscht, aber das ist am Anker fest vergossen - kann nicht demontiert werden. Da müsste ich das ganze Teil ersetzen - wäre wohl schwierig, weil schon ewig alt. Der Zündkontakt wurde gesäubert, sieht noch ganz gut aus. Das Teil war festoxidiert - hat nicht mehr geöffnet. Nachdem ich die Mechanik gesäubert hatte ging es wieder. Vorher brachte er überhaupt keinen Funken, logisch.

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Re: Wie kommt der Zündfunke zu Stande?

Beitrag von mpanzi » 6. Aug 2020, 10:59

greasemonkey hat geschrieben:
6. Aug 2020, 10:41
Das Ding hat eine sogenannte Magnetzündung. https://de.wikipedia.org/wiki/Magnetz%C3%BCndung
Kurz:
Ein Schwungrad mit Permanentmagnet wird an einer speziellen Zündspule vorbei geführt, die nur die Sekundärwicklung besitzt. Im Kern der Spule entsteht ein Magnetfeld das beim Entfernen des Dauermagnets zusammenbricht und sich als Funke durch die Spule entläd wenn der Unterbrecher öffnet.
Bei meiner Quickly und anderen Mopeds aus der Zeit läuft es ähnlich, nur das die auch noch Wechselstrom fürs Licht erzeugen können.
Es könnte an mehreren Punkten liegen:
- Permanentmagnet erschöpft (unwahrscheinlich)
- Spule hinüber (nicht so wahrscheinlich)
- Kondensator hin (sehr wahrscheinlich da Du sagst, dass es anfangs, also bei langsamer Drehung, funktioniert.)
Mit langsamer Drehung hatte ich nicht probiert. Den Akkuschrauber hab ich immer gleich auf volle Lotte und dann gibt es für 2 oder 3 Sekunden Funken. Dann nichts mehr. Dann 5 Sekunden Pause, dann kommt mal wieder zwei oder drei Funken (nicht Sekunden, nur einzelne Funken) und so gehts weiter.

Mal schauen, ob ich so einen Kondensator finde, das müsste ja ein Allerwelts-Teil sein.

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greasemonkey
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Re: Wie kommt der Zündfunke zu Stande?

Beitrag von greasemonkey » 6. Aug 2020, 11:32

Im Vergleich zum laufenden Motor ist der Akkuschrauber langsam. Hatte gedacht Du hättest das mit dem Seilzug getestet. Falls Du keinen originalen findest kauf dir einen Entstörkondensator 0,22 µF / 500 Volt. Der sollte auch gehen, ist billiger und von besserer Qualität. Ein Ende an Masse das zweite an den Draht des ausgelöteten Kondensators. Heisskleber auf die Anschlüsse das er dicht bleibt und das sollte es dann gewesen sein.
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Re: Wie kommt der Zündfunke zu Stande?

Beitrag von mpanzi » 6. Aug 2020, 13:08

greasemonkey hat geschrieben:
6. Aug 2020, 11:32
Im Vergleich zum laufenden Motor ist der Akkuschrauber langsam. Hatte gedacht Du hättest das mit dem Seilzug getestet. Falls Du keinen originalen findest kauf dir einen Entstörkondensator 0,22 µF / 500 Volt. Der sollte auch gehen, ist billiger und von besserer Qualität. Ein Ende an Masse das zweite an den Draht des ausgelöteten Kondensators. Heisskleber auf die Anschlüsse das er dicht bleibt und das sollte es dann gewesen sein.
Danke, aber die 0,22 µF / 500 Volt finde ich als Kombination nicht. Hab z.B. bei Conrad geschaut. https://www.conrad.de/de/o/entstoerkond ... %20%C2%B5F

Geht immer nur bis 300 V. Oder ich müsste an den 0,22 ändern.

Mir sagen diese Zahlen leider nix, sonst könnte ich das selbst einschätzen. Die Volt natürlich schon, aber 500 kommen mir entweder zu hoch (das Ding erzeugt ja keine 500 Volt - so im Dauerbetrieb) oder zu niedrig (so ein Zündfunke braucht ja ein paar tausend Volt) vor.

Grade nochmal geschaut ... ich schätze es geht um Gleichstrom. Dann hätte gleich der erste Kondensator von Conrad 630 Volt - ginge der auch?

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Re: Wie kommt der Zündfunke zu Stande?

Beitrag von Plasmaspeaker » 6. Aug 2020, 13:32

Wenn das C defekt ist kommt nur ein schwacher Funke.
Die Farbe ist dann meist sehr blau und dunkel (schwach) bei einer Magnetzündung.
Mit einwandfreiem C ist der Funke kräftig und weiß.

War früher der typische Fehler bei den " Mofas und Mopeds" 60er und 70er Jahre.

Gruß
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Re: Wie kommt der Zündfunke zu Stande?

Beitrag von 14Vorbesitzer » 6. Aug 2020, 13:35

... den Wiki Artikel auch mal ganz lesen! Es gibt wie beim Spiti eine primäre und eine sekundäre Wicklung. Geschaltet wird die primäre (= Niedrige Spannung). Der Kondensator ist ein Funkenlöschkondensator und die 630 V Gleichstrom sind bestimmt O.K. Ich würde vermuten dass die Kontaktflächen vom Unterbrecher auch kaputt sind. Die haben meistens eine äußere Beschichtung die einigermassen oxidationsstabil ist (silbern). Darunter kommt so eine Art "Messingschicht" die nur kurz funktioniert und dann immer zügig oxidiert. Musste mal gucken wie es an der Stelle aussieht :happywink:

LG
Volker
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Re: Wie kommt der Zündfunke zu Stande?

Beitrag von mpanzi » 6. Aug 2020, 14:28

Hm, bin jetzt unterwegs, daher kann ich nicht direkt schauen.

Der Funke ist eher weiß, aber schmächtig. Kann ihn praktisch nur sehen, wenn ich in einer schattigen Umgebung bin. Bin extra in die Scheune umgezogen, da ich es draußen nicht sehen konnte. Hab auch mal statt der Zündkerze einen Gewindestab genommen. Ich muss das Gehäuse des Motors schon fast berühren, dass da ein Funke springt.

Die Kontakte könnten in der Tat angegriffen sein. Sie hatten einen "pelzigen" Rand - also wohl oxidiert. Hab ich aber erstmal blank poliert, damit sollte es vorerst mal funktionieren. Ersatz dafür wird wohl schwierig zu beschaffen sein.

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Re: Wie kommt der Zündfunke zu Stande?

Beitrag von greasemonkey » 6. Aug 2020, 14:59

14Vorbesitzer hat geschrieben:
6. Aug 2020, 13:35
... den Wiki Artikel auch mal ganz lesen! Es gibt wie beim Spiti eine primäre und eine sekundäre Wicklung. Geschaltet wird die primäre (= Niedrige Spannung). Der Kondensator ist ein Funkenlöschkondensator und die 630 V Gleichstrom sind bestimmt O.K. Ich würde vermuten dass die Kontaktflächen vom Unterbrecher auch kaputt sind. Die haben meistens eine äußere Beschichtung die einigermassen oxidationsstabil ist (silbern). Darunter kommt so eine Art "Messingschicht" die nur kurz funktioniert und dann immer zügig oxidiert. Musste mal gucken wie es an der Stelle aussieht :happywink:

LG
Volker
Ich habe den Artikel garnicht gelesen und mich leider vertan. Gut das immer gleich jemand zur Stelle ist der sich besser auskennt....
@mpanzi: Der 250v sollte genauso gehen.
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