Ventilklemmer nach 110km

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roulli
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Ventilklemmer nach 110km

Beitrag von roulli » 12. Okt 2021, 00:09

Hallo,
Wir sind erst vor kurzem dazu gekommen, den seit Monaten fertigaufgebauten Motor in den Spit zu bauen-
Der Motor ist sofort angesprungen und die NW ist mit 2000 - 2500 Umin wàhrend 20 min eingefahren worden.
Einlaufoel von Millers und Einlaufpaste auf NW und Tassen
Danach Testfahrt auf der Strasse.
Kopf nachgezogen und Ventilspiel neu eingestellt
Tage danach weitere Einstellarbeiten
Neue AAF Düsen bestellt
Und gestern dann Auto warmgefahren bis Oel 90 grad, dann im dritten bis 4800 beschleunigt, 4er Gang rein und weiter beschleunigt.
Hatte ordentlich Schub bis. nach insgesamt 110 km + Leerlauf das Auslassventil vom 2 Zyl. festgegangen ist.
Habe den Spit dann mit dem Herald nach hause geschleppt und jetzt den Kopf runtergeholt.

Kann ich da was falsch gemacht haben, oder hat der Motorenbauer einfach zu wenig Laufspiel gelassen?
Sollte ich den Motorenbauer damit konfrontieren?

Grüsse
Patrick

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Ansgar
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Re: Ventilklemmer nach 110km

Beitrag von Ansgar » 12. Okt 2021, 07:27

Moin,
Soein Pech,
einen neuen Motor (110Km) im dritten bis 4800 1/min zu drehen ist sehr leichtsinnig, es handelt sich ja auch noch um einen extrem getunten Motor.
mindestens 3000 Km einfahren Drehzahl bis 3500 1/min.
alle Ventilführungen und Ventile prüfen, der Burges wenn er deinen ZK nun doch gemacht hat wird sich da nichts von annehmen.
Ein Auto ist erst dann schnell genug, wenn man morgens davor steht und Angst hat es aufzuschließen.
Ein getunter Spitfire ist das schnellste Zündplättchen der Welt !

Gruß Ansgar

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Brüchi
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Re: Ventilklemmer nach 110km

Beitrag von Brüchi » 12. Okt 2021, 07:45

Hi Patrick

ich will die Antwort vom Ansgar nur kurz ergänzen:

ZK nachziehen nach so kurzer Zeit? Eigentlich unnötig. Eher so nach 500 -1000 KM.

Hat aber nix mit dem Ventil zu tun.
Aber: welches Ventilspiel ( Ventil in der Führung !!!) wurde vereinbart/verwendet? Mit oder ohne Ventilschaftabdichtungen? Hast Du ein Messprotokoll der Ventilspiele ?

Eigentlich kannst Du nur bei dem Motorenüberholer reklamieren, wenn das vereinbarte Ventilspiel in "Echt" unterschritten wurde.
An den Werten von Triumph kann man sich nur bedingt orientieren, da ja vermutlich andere Ventile und andere Führungen verwendet wurden ?
Lese das was von getuntem Motor....
....little car, big fun...

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TR injektion
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Re: Ventilklemmer nach 110km

Beitrag von TR injektion » 12. Okt 2021, 08:36

Hallo
ein Klassiker......
das passiert wenn die Ventilführungen nicht zylindrisch aufgerieben werden.
Da kannst du deinen Instandsetzer mit konfrontieren.
Dein Gewissen brauchst du damit nicht belasten !!!!
Und Zylinderkopf nachziehen ist auch alles gut.
Bei jedem neuen Triumph Motor gehe ich wie folgt vor.
Anlaufen lassen nach Prozedur usw ,30 min stehen lassen, Kopf nachziehen,
Ventile einstellen fertig.
Die Dichtung setzt sich nach dem erstmaligen Erwärmen.
Munter bleiben
Ralf
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Markus Simon
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Re: Ventilklemmer nach 110km

Beitrag von Markus Simon » 12. Okt 2021, 08:46

seltsam , "normalerweise" geht das Auslass vom 4. fest - weil Thermisch am höchsten belastet - mal genau schauen was da am 2. los war/ist
4800rpm am neuen Motor find ich auch nicht gerade ideal ....
Ventilspiel passend zur Nockenwellen !? , wichtig Zwecks "Temperaturabführung" - Ventil > Kopf
Zylinderkopf nachziehen mach ich auch nachdem der Block einmal richtig(!) heiß war ....kann sein die Zyl-kopf-dichtung hält sonst gar keine 500km( besonders bei getunten Motoren mit entsprechenden Drücken) allerdings ziehen ich den Kopf erst nach wenn er kalt ist .....
Gruß Markus
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"Untersteuern ist, wenn man den Baum zuerst sieht, Übersteuern , wenn man den Baum zuerst hört!"

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Re: Ventilklemmer nach 110km

Beitrag von 14Vorbesitzer » 12. Okt 2021, 11:32

.. habe gerade mal auf der "putzigen" homepage von Herrn Burgess rumgeguckt,
er ist ja sehr stolz auf seine eigenen Ventilführungen und er verspricht in Garantiefällen besonders generös zu sein...
Wenn er den Motor gebaut hat würde ich ihn auch mal befragen :happywink:

LG
Volker
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roulli
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Re: Ventilklemmer nach 110km

Beitrag von roulli » 12. Okt 2021, 12:55

Hi,
danke für das Feedback.
Hab mich vertippt es waren keine 4800 sondern knappe 4500 Umin. Einmal kurz und nicht 1 min hintereinader.

Triumph schreibt in der Anleitung dass man
-1600km lang nicht Vollgas geben soll,
- aber gelegentlich auch Drehzahl kurz geben kann
-lieber in niedrigen Gängen fahren als in hohen unter Last.

Verschiedene Amerikaner und Engländer raten heute relativ früh kurz unter Last Vollgas zu geben, damit die Ringe Druck von hinten bekommen und sich besser einbetten- dies um die Gefahr des "Glazing" zu vermindern.

In o.g. Rahmen hatte ich vorgestern weniger Bedenken einmal kurz im 3ten auf 4500 zu beschleunigen. Hätte ich vielleicht doch besser gehabt...

Der Kopf ist nicht von Burgess. Ich habe mir selbst Mühe gegeben ihn zu bearbeiten. Hat zwar viel Zeit genommen, ist aber Teil des Hobbies. Danach wurde der Kopf zum Motorenbauer geschickt um die Ventile und Führungen zu machen.

Einzige Vorgabe war, dass ich die EInlassführungen gerne 7° verjüngt haben wollte und 3 Angle Job.
Das Laufspiel habe ich nicht vorgegeben, da ich davon ausgehe, dass ein Oldtimer affines Motorenbau Unternehmen weiss welches Spiel bei einem Fast-Road Motor passt. Zudem wurde mein TR6 Motor dort auch gemacht, ohne Probleme.

Die Führungen beim Spit sind Guss von AE ohne Dichtungen. Ventile: Einlass MK lV / Auslass Triumph 1500 mit Three angle Jobs
Der Burgess hatte weder die Zeit für einen Kopf vorm Brexit rauszubekommen noch hatte er seine tollen Bronze Führungen verfügbar. Wenn ich mich recht erinnere hat er mir gesagt ich soll sie direkt an seiner Quelle kaufen, bei Moss ...
Im Endeffekt habe ich die AE Führungen mit den Ventilen in der Scheune bestellt.

Das Ventilspiel wurde nach Vorgaben von APT Fast eingestellt. 0,40 Einlass / 0,45 Auslass.

Habe eine Mikrometerschraube aber keine Innen-Messschraube, kann somit den Durchmesser der Führung nicht direkt messen.

Könnte aber die Methode des Kippens anwenden und das Spiel mit der Messuhr messen und dann über das Verhältnis Ventilführungslänge / Ventilführungslänge + Ventilschaft bis zur Messuhr zurückrechnen. Inwiefern das klappt kann ich nicht sagen.

Aber bei den nicht klemmenden Ventilen konnte ich so auf die schnelle kein merkbares Kippspiel feststellen.
Werde ich heute Abend nochmal genauer unter die Lupe nehmen...mit der Messuhr

Grüsse
Patrick

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Re: Ventilklemmer nach 110km

Beitrag von roulli » 12. Okt 2021, 13:01

TR injektion hat geschrieben:
12. Okt 2021, 08:36
Hallo
ein Klassiker......
das passiert wenn die Ventilführungen nicht zylindrisch aufgerieben werden.
Da kannst du deinen Instandsetzer mit konfrontieren.
Dein Gewissen brauchst du damit nicht belasten !!!!
Und Zylinderkopf nachziehen ist auch alles gut.
Bei jedem neuen Triumph Motor gehe ich wie folgt vor.
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Ventile einstellen fertig.
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Ralf
Hallo Ralf,

wie können die Ventilführungen nicht zylindrisch aufgerieben werden? Die machen das doch mit einer Maschine, oder wird das manuell gemacht?

Gruss
Patrick

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TR injektion
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Re: Ventilklemmer nach 110km

Beitrag von TR injektion » 12. Okt 2021, 18:15

Hallo,

es kann sein das die neuen Führungen eingepresst wurden.
Dann Ventile rein gesteckt und die von dir erwähnte Kippmethode angewendet wurde.
Damit bekommt man aber ein eventuelles Problem in der Mitte der Führung nicht heraus.
Das geht nur mit einer Innenmessschraube 3 Punkt oder mit einem Grenzlehrdorn. (Messtechnik kostet GELD)
Das kann auch ein Ventilschaft sein mit einem nur gering größeren Durchmesser (z.B.+ 0,02 mm )und sofort bekommt man damit raus,
das die Führung in der Mitte einschnürt. Nun sollte man mit einer verstellbaren oder besser festen Maschinen Reibahle,
Exakt das erforderliche Spiel herstellen.

Munter bleiben
Ralf
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Re: Ventilklemmer nach 110km

Beitrag von roulli » 12. Okt 2021, 18:40

Ok, ja, wenn die Führung in der Mitte einschnürrt, wegen der Presspassung, dann kriegt man das mit der Kippmethode nicht raus.
Aber der Motorenbauer in NRWF ist professionell. Er hat mir auch “8 Ventile aufreiben” verrechnet.
Und das nötige 3 Punktmesswzg. hat er sicherlich auch.

Ich messe mal mit der Kippmethode resp die Ventilschäfte und dann sehe ich weiter…

Patrick

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Re: Ventilklemmer nach 110km

Beitrag von marc » 13. Okt 2021, 00:37

Es gibt viele Berichte über Ventilklemmer aufgrund der Nachrüstung von Ventilschaftdichtungen (die ich für kontraproduktiv halte). Ich glaube auch hier im Forum gibt es dazu was.
Viele Grüße
Marc

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Re: Ventilklemmer nach 110km

Beitrag von roulli » 13. Okt 2021, 07:58

marc hat geschrieben:
13. Okt 2021, 00:37
Es gibt viele Berichte über Ventilklemmer aufgrund der Nachrüstung von Ventilschaftdichtungen (die ich für kontraproduktiv halte). Ich glaube auch hier im Forum gibt es dazu was.
Genau,
Deshalb habe ich ja keine montiert.
Grundsätzlich bei Stahl/Guss keine Dichtungen damit geschmiert wird
Bei Bronze geht das schon. Läuft im TR6, bei mir, seit Jahren problemlos.

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TR injektion
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Re: Ventilklemmer nach 110km

Beitrag von TR injektion » 13. Okt 2021, 08:09

Moin,

Ventilklemmer durch Ventilschaftdichtungen,leider auch wieder ein typisches Gerücht.
Wenn die Passung der Partner in der Toleranz und zylindrisch ist, geht ein Ventil auch mit Ventilschaft Dichtung nicht fest !
Egal ob Guss oder Buntmetall
Auch eine Ventilschaftdichtung läßt kleinste Mengen Öl durch.Das ist der Stand der Technik. :D

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Re: Ventilklemmer nach 110km

Beitrag von Markus Simon » 13. Okt 2021, 08:36

die Aussage von Ralf kann ich nur bestätigen , ich fahr schon über 200 000km mit Schaftabdichtungen und das mit div. Führungsmaterial - da klemmt nix ...
Meine "Triumph-Ventilschaftreibahle" hat anscheinend das passende Maß :happywink:
Gruß Markus
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Re: Ventilklemmer nach 110km

Beitrag von Det1500 » 13. Okt 2021, 09:19

Ich fahr auch Schaftabdichtung mit Stahlbuchsen. Keine Probleme. Hatte die Buchsen damals auch selbst eingepresst. Ging gut, wir haben Flüssigen Stickstoff hier auf der Arbeit. Nur eine Buchse mußte ich nach dem einpressen aufraiben, aber auch dafür haben wir Werkzeug hier.

Ist eigentlich was kaputt gegangen nach dem Ventilklemmer?

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