Wieder mal das Thema "Zündung einstellen"

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SpritFeuer
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Wieder mal das Thema "Zündung einstellen"

Beitragvon SpritFeuer » 5. Dez 2018, 20:36

Hallo zusammen,
nach längerer Abstinenz vom Forum, - ich war in der Garage schrauben, hat Schneeflöckchen nun neuen Lack und einen überholten Motor bekommen.
Mein erster selbst eingebauter Motor. Und der funktioniert sogar"! :-vh

Ventile sind sauber eingestellt. Es ist ein 1300er FH34....HE Motor. Über die Nockenwelle kann ich nichts sagen, die drin war ist jetzt immer noch drin. Ich denke mal, es ist die Standard-Nockenwelle.
Die alten FH34.. hatten am Steuerkettendeckel nur eine Nase für OT. Mein alter FH54... hat da eine schöne Skala. OK, die 8Grad mit dem Bandmaß abgemessen und auf die Riemenscheibe übertragen. Ist zwar nicht sooo genau, aber ungefähr genau. :top:

Also mit der Lampe Peng auf OT eingestellt und Motor gestartet. Alles klar.
Dann wie beim alten Käfer den Verteiler auf früh gedreht bis die Drehzahl am höchsten ist und dann ein Stückchen zurück. Sounds well.
Die Blitze geholt und die Zündung stand auf geschätzten 18-20 Grad früh. Das fand ich schon heftig.
OK, in Richtung spät bis zur 8 Grad -Marke. Die Drehzahl fiel merklich ab.
Besser Zündung zu spät und Vergaser zu fett als umgekehrt. :LEHRER:
Probefahrt gemacht und die Mundwinkel tendierten in Richtung obere Ohrmuschel.
Also kein wirkliches Problem.
Aber, zum Kuckuck, bald 20 Grad früh! da muss er doch bald rückwärts laufen :shock: *KopfkratzBis GlatzeKommt*

Was sagt ihr zu dieser Sache?

Benzolhaltige Grüße
Frank
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Re: Wieder mal das Thema "Zündung einstellen"

Beitragvon xsivelife » 5. Dez 2018, 22:25

Bist Du Dir sicher, dass die OT-Markierung auch wirklich bei OT steht? Gemessen?
Viele Grüsse aus dem Schwobaländle,
Mike

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Re: Wieder mal das Thema "Zündung einstellen"

Beitragvon MKIII » 6. Dez 2018, 06:25

SpritFeuer hat geschrieben:
5. Dez 2018, 20:36
.....
Die alten FH34.. hatten am Steuerkettendeckel nur eine Nase für OT. Mein alter FH54... hat da eine schöne Skala. OK, die 8Grad mit dem Bandmaß abgemessen und auf die Riemenscheibe übertragen. Ist zwar nicht sooo genau, aber ungefähr genau. :top:
.
Was war denn auf der Riemenscheibe? Eine Kerbe oder stirnseitig ein Loch?
Gruß
Norbert
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Re: Wieder mal das Thema "Zündung einstellen"

Beitragvon Brüchi » 6. Dez 2018, 08:56

Klingt für mich alles ganz normal.
Zündzeitpunkt im Standgas einstellen nach der "Käfer" - Methode geht beim Spitfire nicht.
Also ZZP statisch auf ca 8 Grad einstellen und dann das Standgas einstellen.
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Re: Wieder mal das Thema "Zündung einstellen"

Beitragvon SpritFeuer » 6. Dez 2018, 09:16

Danke für die Antworten.

Die Riemenscheibe hat eine Kerbe, so wie der FH54...
Ich glaube, die MK3-Motoren hatten dieses Loch, bin mir aber nicht sicher.

Die OT-Markierung, also diese Kerben in der Riemenscheibe, sind nichts Nachgefummeltes, sondern die Werkskerben, wenn ich mal so sagen darf. Ich habe mir das gerade mal etwas genauer angesehen.
Da die Position der Riemenscheibe zur Kurbelwelle durch die Nut klar definiert ist, will ich das mit dem OT zunäxt mal glauben.

Aaaaaaaber! Als das Motörchen bei damals mir an kam, war da schon ziemlich dran rumgeschraubt worden. Lief wohl nicht mehr.
War aber klar, weil die Vergaser total verharzt waren. Die Dämpferkolben waren nicht mehr freigängig. Neue Kerzen waren drin, neue Zündkabel, - und der Stirndeckel der Steuerkette war lose. Natürlich dann auch die dicke fette Mutter von der Riemenscheibe. Als ich die lösen wollte, rückte ich mit entsprechendem Brachialgerät an und saß auch prompt, da nur etwas mehr als handfest angezogen, auf dem Hintern. :?

Also war man an dieser Stelle tätig. Aber was will man da falsch machen? Wäre aber denkbar, wenn ich an die Zündungseinstellung denke.

Wie ist das denn nun wirklich? Ich meine ist die "Käfermethode" denn prinzipiell OK, und, - fuck the OT? (Frei nach Ficktoria Nuland) 8)
Oder ist das bei den Spitfire anders. Blöd, ich habe das bei dem alten FH54... niemals ausprobiert, sondern immer 8 Grad früh und gut war es.
Zum Testen extra wieder einbauen empfinde ich als etwas stressig und laß es sein. :Harry:

Viele Grüße :happywink:
Frank
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Re: Wieder mal das Thema "Zündung einstellen"

Beitragvon Brüchi » 6. Dez 2018, 09:27

Den "echten" OT überprüft man normalerweise ohne Zylinderkopf . So kommt man gut an den Kolben ran um den OT zu bestimmen.
Geht bei Dir ja nicht mehr. Du kannst ja versuchen, durch das Zündkerzenloch mittels Messuhr den OT genauer zu ermitteln. Ist ne Fummelei und die Messuhr sollte auch gut befestigt sein.
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Re: Wieder mal das Thema "Zündung einstellen"

Beitragvon 14Vorbesitzer » 6. Dez 2018, 09:34

Also wenn Du Dir sicher bist dass Deine 8 ° vor OT Markierung stimmt, dann passt das schon so. Beim Herald (1200er) steht sinngemäß im Handbuch: Alle Motoren sind ein bisschen unterschiedlich. Im 4 Gang bei 30 mph Gas geben und hören ob der Motor klingelt. Wenn nein solange auf früher stellen bis er klingelt und dann wieder ein Stück zurück auf spät ...
Ich kenn den Käfer nicht: Der Spiti / Herald-Motor hat eine relativ kräftige Verstellung auf früh sowohl mit der Drehzahl als auch mit Unterdruck, beides zusammen darf nicht zu früh werden sonmst wirds gefährlich. Der Käfer hat vielleicht keine Unterdruckverstellung ??

LG Volker
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Re: Wieder mal das Thema "Zündung einstellen"

Beitragvon SpritFeuer » 6. Dez 2018, 09:38

Brüchi hat geschrieben:
6. Dez 2018, 09:27
Den "echten" OT überprüft man normalerweise ohne Zylinderkopf . So kommt man gut an den Kolben ran um den OT zu bestimmen.
Geht bei Dir ja nicht mehr. Du kannst ja versuchen, durch das Zündkerzenloch mittels Messuhr den OT genauer zu ermitteln. Ist ne Fummelei und die Messuhr sollte auch gut befestigt sein.
Hallo Brüchi,

Na, so einfach ist das ja nicht. - Aber Du hast Recht, sonst ist keine Gewissheit möglich. Wie aber kann sich der OT denn verschieben? Falsche Riemenscheibe wäre die einzige Möglichkeit die ich sehe.

Wie auch immer, wie würdest Du in meiner Situation einstellen? Nach "Käfer" oder nach Handbuch?
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Re: Wieder mal das Thema "Zündung einstellen"

Beitragvon SpritFeuer » 6. Dez 2018, 09:41

14Vorbesitzer hat geschrieben:
6. Dez 2018, 09:34
Der Käfer hat vielleicht keine Unterdruckverstellung ??
Hallo Volker,
doch hatte er. Aber genau das ist das Problem. auf der BAB bei Vollgas und Marschfahrt geht die Zündung auf maximale Frühzündung und der Motor auf Dauer kaputt. Genau daher rührt auch meine Aufregung zu diesem Thema. :top:
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Re: Wieder mal das Thema "Zündung einstellen"

Beitragvon 14Vorbesitzer » 6. Dez 2018, 09:49

... Jau: Auf der BAB bei Vollgas hörst Du das klingeln nicht mehr! Also nach Handbuch einstellen. Ich weiss, dass hab ich auch mal ausprobiert, der Spiti-Motor dreht im Leerlauf auf jeden Fall viel schneller wenn man viel Frühzündung gibt... aber das ist halt so und hat nix zu bedeuten. Die Zündkurve wurde beim Spiti je nach Baujahr auf immer schärfere Umweltgesetzgebung eingestellt... das führte bei den späten amerikanischen Spitis sogar zu Spätzündung im Leerlauf... die haben dann untenrum eine extrem steile Zündverstellung!

LG Volker
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Re: Wieder mal das Thema "Zündung einstellen"

Beitragvon Brüchi » 6. Dez 2018, 09:53

OT verschieben....durch falschem Einbau der Nockenwelle bzw. deren Zahnrad. Dann stimmen die Steuerzeiten nicht mehr. Der Verteiler wird durch die NW angetrieben. Oder es wurde eine andere NW eingebaut, die Steuerzeiten aber von der StandartNW verwendet.
Natürlich kann sich der reine OT nicht verschieben, Kurbelwelle und die Riemenscheibe sind durch einen Keil fest mit einander verbunden, da kann sich nix verschieben.
Zündung einstellen : statisch mittels Prüflampe. Wenn Du ne gescheite Z-Pistole hast kannste dann auch die maximale Verstellung prüfen. Ein paar Grad hin oder her bei maximaler Verstellung sind nicht sooo wichtig, ganz wichtig ist aber dass der Motor bei maximaler Verstellung nicht klingelt !
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Re: Wieder mal das Thema "Zündung einstellen"

Beitragvon SpritFeuer » 6. Dez 2018, 10:17

Hallo Brüchi,

ja, bei der Nockenwelle bin ich mir auch nicht so ganz sicher. Ich habe noch nicht über 3.000 upm gedreht, aber das Triebwerk faucht ganz schön ab.
Obenrum scheint da echt was zu gehen.
Kurbeltrieb und Kupplungsscheibe elektr. gewuchtet, Zylinder und Kolben, gelinde gesagt, erweitert, ausgewogen und auch sonst alles sonntäglich fein gemacht. Motor läuft schön ruhig.
Eine Strobolampe, genannt Blitze, habe ich im Bestand. Damit habe ich das Verhalten ja auch festgestellt.

Ich beziehe mich mal auf Volker, der aus dem Herald-Handbuch zitierte "bei etwa 50 Kmh Vollgas geben und es darf nichts klingeln".
Wenn das reicht, mach ich das so. Auf der Autobahn höre ich das nämlich nicht mehr.
Falcon/Bell und Fächerkrümmer dürften das Gebimmel wohl übertönen.

Tja, jeder Motor ist anders.- Vor allem nach all den Jahren! :idea:
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Re: Wieder mal das Thema "Zündung einstellen"

Beitragvon 14Vorbesitzer » 6. Dez 2018, 10:33

SpritFeuer hat geschrieben:
6. Dez 2018, 10:17
....Ich habe noch nicht über 3.000 upm gedreht, aber das Triebwerk faucht ganz schön ab.
Obenrum scheint da echt was zu gehen...

Ich habe im Spiti einen 1300er FD-Motor, der braucht halt Drehzahlen und (nach dem einfahren!!) kann er die auch vertragen. Schon die historischen Presseberichte haben da den selben Tenor: "unter 3000 touren tut sich wenig" ... Als passionierter Dieselfahrer musste ich da erstmal umdenken ;-) ...

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Re: Wieder mal das Thema "Zündung einstellen"

Beitragvon SpritFeuer » 6. Dez 2018, 10:50

14Vorbesitzer hat geschrieben:
6. Dez 2018, 10:33
.. Als passionierter Dieselfahrer musste ich da erstmal umdenken ;-) ...
Jau, das geht mir ebenso. ab 2.000 Hand zum Schalter und bei 2.500 nächsten Gang :D Beim dieseln ist das eben so.
Die 1300er fördern da ein ganz anderes Erleben 8)
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Re: Wieder mal das Thema "Zündung einstellen"

Beitragvon Ansgar » 7. Dez 2018, 07:18

Moin Frank,
Hat ein Motorbauer deinen Motor zusammengebaut ? dann wird er auch OT bestimmt haben um die Steuerzeiten einzustellen.
Und er sollte auch den Stirndeckel und die KW Riemenscheibe einmal angebaut haben um die Makierung an der Scheibe und am
Stirndeckel zu prüfen,
Ein Auto ist erst dann schnell genug, wenn man morgens davor steht und Angst hat es aufzuschließen.
Ein getunter Spitfire ist das schnellste Zündplättchen der Welt !

Gruß Ansgar


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